Du möchtest dein Deo selbst machen – ohne Aluminium und künstliche Duftstoffe? Dann findest du hier zwei einfache Rezepte für den Alltag: ein cremiges Deo mit Kokosöl, Natron und Stärke für die Dose sowie ein flüssiges Deo-Spray aus Wodka, Hydrolat und ausgewählten ätherischen Ölen.

Beide Mischungen können Körpergeruch reduzieren, verhindern aber nicht das natürliche Schwitzen. Ein Antitranspirant arbeitet anders, denn es enthält Aluminiumsalze, die die Ausgänge der Schweißdrüsen vorübergehend verschließen. Ich möchte sie nicht auf meiner Haut haben. Deshalb enthalten meine Rezepte kein Aluminium, sondern wenige Zutaten, deren Zusammensetzung du selbst kennst und an deine Bedürfnisse anpassen kannst. 

Ich zeige dir, wie du beide Deos selbst herstellst, welche Zutaten ihre jeweilige Funktion haben und worauf du bei ätherischen Ölen, Natron und empfindlicher Achselhaut achten solltest. Außerdem erfährst du, warum ein selbst gemachtes Deo nicht bei jedem Menschen gleich gut funktioniert und wie du die Rezeptur an deine Haut und deinen Alltag anpassen kannst.

Was du in diesem Artikel erfährst:

  • warum Schweiß erst durch Bakterien riecht und was das für dein Deo bedeutet
  • wie du eine Deocreme mit Kokosöl, Natron und Stärke ansetzt, auch als Sommerversion mit Wachs
  • wie du ein Deospray mit Wodka und Hydrolat mischst
  • meinen Geheimtipp, um dein Deospray noch wirkungsvoller zu machen
  • was du tun kannst, wenn Natron auf deiner Haut brennt
  • wie du ätherische Öle dosierst 

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Deo selbst machen: Was kann ein selbstgemachtes Deo und was nicht?

Ein selbstgemachtes Deo bindet und hemmt Gerüche, es verringert aber nicht die Menge an Schweiß, die dein Körper produziert. Genau darin unterscheidet es sich von einem Antitranspirant, das mit Aluminiumsalzen die Ausgänge der Schweißdrüsen vorübergehend verschließt. Schwitzen gehört zu einem gesunden Körper, weil er sich damit abkühlt, und daran ändert auch das beste selbstgemachte Deo nichts. Geht es dir vor allem darum, gut zu riechen, reicht ein selbst gemachtes Deo vielen Frauen völlig aus. Ich nutze das schon seit Jahren.

Warum riecht Schweiß überhaupt?

Frischer Schweiß besteht fast nur aus Wasser und Salzen und riecht kaum. Den typischen Geruch gibt es erst, wenn Bakterien auf der Haut die Bestandteile des Schweißes zersetzen, und in den Achseln finden sie dafür genau das, was sie mögen: Wärme und Feuchtigkeit. Ein Deo kann deshalb an zwei Stellen ansetzen, entweder bei den Bakterien selbst (Alkohol, Kokosöl, Pflanzen und ätherische Öle) oder bei den Geruchsstoffen, die sie hinterlassen (Natron, das saure Geruchsstoffe neutralisiert).

deo selbst machen gegenüberstellung kritischer und verträglicher inhaltsstoffe (KI-generiertes Bild)

Was steckt in gekauften Deos?

In Antitranspirantien steckt Aluminium in Form von Aluminiumchlorohydrat oder Aluminium-Zirkonium-Komplexen. Dazu kommt, dass wir Frauen uns meist die Achseln rasieren, wobei winzige, kaum sichtbare Mikroverletzungen entstehen können, über die mehr in den Körper gelangt als über unversehrte Haut. Auch viele andere Zutaten in gekauften Deos möchte ich persönlich nicht im Deo haben: 

  • Parabene: Konservierungsstoffe, die im Verdacht stehen, hormonell zu wirken
  • PEG-Derivate: Emulgatoren auf Erdölbasis, die die Haut durchlässiger für andere Stoffe machen können
  • Triclosan: antibakteriell, wird wegen der Störung der natürlichen Hautflora und möglicher Resistenzen heute seltener genutzt
  • Synthetische Duftstoffe: lösen bei empfindlichen Menschen Allergien und Hautreizungen aus, weshalb die allergenen unter ihnen, etwa Limonen oder Linalool, in der Inhaltsstoffliste genannt werden müssen

Wie viel davon in einem einzelnen Deo tatsächlich ausreicht, um etwas zu bewirken, wird unterschiedlich bewertet, und die EU begrenzt die Mengen; für mich ist es ein Grund, sie gar nicht erst zu verwenden. Was ich auf meine Haut auftrage, kann teilweise in meinen Körper gelangen. Deshalb möchte ich selbst entscheiden, welche Zutaten mein Deo enthält. 

Warum ich seit vielen Jahren mein Deo selbst mache

Ich mache mein Deo schon seit vielen Jahren selbst. Angefangen hat es damit, dass ich mir irgendwann angeschaut habe, was in gekauften Deos alles steckt, und das Ergebnis wollte ich nicht länger auf meiner Haut haben. Dazu kommt, dass ich den Geruch von gekauftem Deo nicht mehr riechen und mein Mann verlässt das Bad schon immer, wenn er sich einsprüht und wir beide gerade drin stehen ;-). Außerdem gab es, zumindest damals, kein Patchouli-Deo, also habe ich angefangen, mir ein gutes Deo selbst herzustellen. Und dabei auch immer weiter experimentiert. 

Mein Tipp aus der Praxis: Setz gleich die dreifache Menge an und bedufte die Portionen unterschiedlich, dann kannst du jeden Tag wählen und musst nicht alle paar Wochen aufs Neue dein Deospray oder deine Deocreme mischen. 

Deocreme selbst machen: Rezept für einen kleinen Tiegel

Die Creme ist eine einfache Variante, du brauchst nur eine Schüssel, einen Löffel und einen sauberen Glastiegel* mit etwa 50 ml Inhalt. Alle Löffel sind gestrichen gemessen. 

Zutaten für feste Deocreme

  • 2 EL Kokosöl – TIpp: wenn du keinen Kokosgeruch möchtest, verwende desodoriertes Kokosfett*
  • 1 EL Natron, sehr fein pulverisiert
  • 1 EL Stärke (Mais-, Kartoffel- oder Pfeilwurzelstärke)
  • Optional: 1 TL Sheabutter* (raffiniert ist länger haltbar), macht die Creme fester
  • 6 bis 12 Tropfen ätherisches Öl*, zum Beispiel Lavendel, Teebaum, Zitrone oder Salbei

So geht es

  1. Natron und Stärke in einer Schüssel gründlich vermischen, damit keine Klümpchen bleiben.
  2. Das Kokosöl dazugeben und alles zu einer cremigen Paste verrühren; ist das Kokosöl sehr fest, hilft ein kurzes Erwärmen im Wasserbad. Hier kannst du auch, optional, die Sheabutter direkt mit erwärmen. 
  3. Mische das Ganze gut und tropfe dann die ätherischen Öle hinein. Tipp: falls du die dreifache Menge anrührst, verteile die Deocreme erst auf die Tiegel und gib dann jeweils die ätherischen Öle dazu.
  4. Die Creme in die Dose füllen und ohne Deckel fest werden lassen. Wenn die Creme fest und kalt ist, kannst du den Deckel draufschrauben. 

Zum Auftragen nimmst du mit einem sauberen Finger oder einem kleinen Spatel wenig Creme und verreibst sie in der Achsel.

So wirken die verwendeten Zutaten in deiner selbstgemachten Deocreme

ZutatWas sie im Deo macht
KokosölPflegt die Haut und gilt dank seiner Laurinsäure als bakterienhemmend
NatronNeutralisiert die Geruchsstoffe, die entstehen, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen; weil es alkalisch ist, reizt es bei manchen Frauen die Haut
StärkeNimmt Feuchtigkeit auf und macht die Creme weich und streichfähig
Sheabutter / KakaobutterPflegt die Haut und macht die Creme fester
Ätherische ÖleGeben dem Deo seinen Duft und gelten zusätzlich als bakterienhemmend

Was tun, wenn die Deocreme im Sommer weich wird?

Kokosöl schmilzt bei etwa 24 Grad, deshalb wird die Creme im Sommer flüssig. Für die warme Jahreszeit gibst du entweder Beerenwachs dazu, dann bleibt sie in der Dose fest, oder du lagerst deine Deocreme im Kühlschrank. Ich verwende im Sommer meist das Deospray und wenn es wieder kühler ist, die Deocreme.

Rezept für Deocreme mit Beerenwachs

  • 2 EL Kokosöl
  • 1 TL Beerenwachs*
  • 1 EL Natron, sehr fein pulverisiert
  • 1 EL Stärke
  • 6–12 Tropfen ätherisches Öl

Was tun, wenn Natron brennt?

Natron hat einen pH-Wert von etwa 8 bis 9, die gesunde Haut liegt dagegen bei 4,5 bis 5,5, und dieser Unterschied ist der Grund, warum es bei manchen Frauen brennt, juckt oder die Haut trocken macht. Auf frisch rasierter Haut passiert das besonders leicht. Warte deshalb nach der Rasur etwas, bevor du das Deo aufträgst.

Du kannst die Natronmenge halbieren und dafür etwas mehr Stärke nehmen, oder du lässt es ganz weg und bekommst ein sanfteres, dafür weniger geruchsbindendes Deo. Für den Sommer oder wenn du stark schwitzt finde ich es dann allerdings nicht wirklich geeignet.

Als mineralische Alternativen werden Magnesiumhydroxid und Zinkoxid eingesetzt; hier habe ich allerdings keine Erfahrungswerte und kann dir daher auch kein konkretes Rezept nennen.

Deospray selbst machen: Rezept mit Wodka und Hydrolat

Für das Spray mische ich Wodka und Hydrolat im Verhältnis 60 zu 40. Das Hydrolat ist in der Regel konserviert, was das Spray haltbarer macht als mit reinem Wasser, und es duftet obendrein gut, wodurch es die Wirkung des Deos minimal verstärken kann – ob dein Hydrolat konserviert ist, siehst du am Etikett. 

Alternativ geht auch destilliertes Wasser: Ich destilliere meins selbst, nicht nur für Kosmetik, sondern auch für die Kaffeemaschine, den Wasserkocher und wenn ich gesundes Wasser trinken will (informier dich da am besten selbst, es kursieren ja viele Märchen rund um destilliertes Wasser ;-)). Ich verwende dazu dieses Destilliergerät*.  

Zutaten für 50 ml

  • 30 ml Wodka (Trägerflüssigkeit, die Keime hemmt, das Spray haltbar macht und auf der Haut schnell trocknet)
  • 20 ml Hydrolat, zum Beispiel Salbei, Lavendel oder Rose (mildert den Alkohol und bringt einen sanften Duft mit)
  • etwa 10-12 Tropfen ätherisches Öl (sorgt für den Duft und gilt als bakterienhemmend)
  • optional: ca. ¼ TL Natron (neutralisiert Gerüche)

Alles in eine saubere Sprühflasche geben und gut schütteln. Wenn du Natron verwendest, löse es zuerst in dem Hydrolat auf, sonst verstopft es die Düse, und schüttle das Spray vor jedem Gebrauch, weil sich die Öle absetzen. Bei kühler, dunkler Lagerung und sauberem Arbeiten hält mein Spray monatelang; wird es trüb oder riecht es muffig, gehört es in den Müll.

deo selbst machen mit tinktur aus ultraschallgerät

Mein persönlicher Geheimtipp wenn du Deo selbst machen willst

Ein Ultraschallgerät ist Gold wert, nicht nur für die Herstellung von Deospray, sondern grundsätzlich, wenn du mit Tinkturen arbeitest. 

Für mein Deo stelle ein Glas mit Alkohol und getrocknetem Salbei (ca. ¼ des Glases damit füllen) oder getrocknetem Patchouli hinein und habe innerhalb weniger Stunden eine starke Tinktur, für die du sonst mehrere Wochen Geduld bräuchtest. Das ist die Grundlage für ein Spray, das nach Pflanze duftet und nicht nach Parfümerie. 

Ich verwende diese Tinktur statt des Alkohols. Der Salbei wirkt hier zusätzlich adstringierend und geruchshemmend. “Mein” Ultraschallgerät ist nicht mehr verfügbar, aber dieses ist gleich*. 

Wie lange hält selbstgemachtes Deo?

Die Creme hält so lange wie das Fett, das am schnellsten ranzig wird, also richte dich nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum von Kokosöl, Sheabutter und Kakaobutter. Das Spray hält bei kühler, dunkler Lagerung und sauberem Arbeiten monatelang. Sauber arbeiten heißt, dass du Dosen und Flaschen vorher gründlich reinigst, nur trockene Löffel verwendest und kein Wasser in die Creme kommt. Bei mir gab es damit in all den Jahren keine Probleme.

Ätherische Öle im Deo: Dosierung und wichtige Hinweise 

Für Produkte, die auf der Haut bleiben, gelten in der Aromapflege Richtwerte von 1 bis 3 Prozent ätherisches Öl, an den dünnen Achseln eher 0,5 bis 1,5 Prozent. Auf 50 ml sind 1 Prozent etwa 10 Tropfen, wobei die Tropfengröße je nach Öl und Fläschchen schwankt und du die Zahl nur als grobe Faustregel nehmen solltest. Wichtig ist, dass die Gesamtmenge aller Öle zusammen zählt und nicht jedes Öl einzeln, und dass der Duft in der Fettcreme länger haftet als im Alkoholspray, weshalb dort etwas weniger reicht.

Ein paar Hinweise, die ich dir mitgeben möchte:

•    Nimm Bergamotte in bergaptenfreier Qualität, denn Bergamottöl macht die Haut sonst lichtempfindlich.

•    Salbeiöl enthält Thujon und wird in Schwangerschaft und Stillzeit üblicherweise nicht empfohlen. 

•    Zimt, Nelke und Oregano reizen die Haut und gehören nicht in die Achseln.

•    Ätherische Öle enthalten selbst allergene Stoffe wie Limonen und Linalool, teste deshalb auch dein selbstgemachtes Deo vorab in der Armbeuge.

Mehr ist dabei nicht besser, und du kennst deine Haut am besten. Schau auch in meinen Beitrag Parfum selber machen, dort habe ich noch ein paar Hinweise für dich zu ätherischen Ölen.

Welche ätherischen Öle und Hydrolate gut zusammenpassen, zeige ich dir in meinem separaten Beitrag zu Duftmischungen für selbst gemachtes Deo.

Fazit – Deo selber machen ist einfacher als gedacht

Mit wenigen Zutaten hast du ein Deo, bei dem du jede einzelne kennst und auf deiner empfindlichen Achselhaut nichts landet, was du nicht selbst ausgesucht hast – ob als Spray oder als Creme, beides ist schnell gemacht, und mit der Ultraschall-Methode wird das Spray sogar noch wirkungsvoller. Falls dir für die Duftmischung noch die Idee fehlt, habe ich dir hier 13 erprobte Deo-Düfte aufgeschrieben

Was ist dein Deo-Favorit?

FAQ – Deo selbst machen

Bitte beachte und lese meinen Disclaimer.

Wie kann ich Deo selbst machen?

Du kannst Deo selbst machen indem du ein Spray aus Alkohol, Hydrolat oder destillieretem Wasser mit ätherischen Ölen mischst oder indem du Kokosfett, Natron, Stärke und ätherische Öle zu einer Deocreme rührst.

Hilft selbstgemachtes Deo gegen Schwitzen?

Nein, ein selbstgemachtes Deo bindet und hemmt Gerüche, die Schweißmenge verringert es nicht. Wenn du sehr stark schwitzt, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Apotheker darüber, denn für Salbei ist die schweißhemmende Wirkung nur bei innerer Anwendung beschrieben.

Natron im Deo brennt auf der Haut, was tun?

Halbiere die Natronmenge und nimm etwas mehr Stärke, oder lass Natron ganz weg. Trag das Deo außerdem nicht direkt nach dem Rasieren auf, denn Natron ist alkalisch und reizt frisch rasierte Haut leichter. Du kannst auch als Alternative zum Natron in deiner Deocreme Magnesiumhydroxid oder Zinkoxid verwenden.

Kann ich statt ätherischer Öle auch einfache Duftöle verwenden?

Davon rate ich dir ab. Denn Duftöle, wie sie oft in gekauften Raumsprays verwendet werden, sind synthetisch hergestellt. Für ein selbstgemachtes Deo verwende nur reine ätherische Öle, bspw. von Oshadi*.

Wie lange ist selbstgemachtes Deo haltbar?

Die Creme hält so lange wie das empfindlichste Fett, aus dem sie besteht, das Spray bei kühler, dunkler Lagerung und sauberem Arbeiten nach meiner Erfahrung monatelang, da es durch den Alkoholanteil konserviert ist.

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