Raumduft selber machen bedeutet, Düfte für dein Zuhause aus natürlichen Zutaten wie ätherischen Ölen, getrockneten Kräutern, Gewürzen, Wachs oder Früchten selbst herstellen – etwa als Duftglas, Raumspray, Pomander oder Duftkerze. Vor allem in der dunklen Jahreszeit, wenn wir mehr drinnen als draußen sind, wenn es abends früher dunkel wird, fragst du dich vielleicht, wie du dir dieses Gefühl von Geborgenheit auch drinnen schaffen kannst.

In diesem Artikel zeige ich dir elf Wege, wie du dir deinen eigenen Herbst- und Winterduft machst, ohne dass dir vor lauter Chemie übel wird. Viele dieser Ideen eignen sich außerdem als persönliches Geschenk.

Darum geht es in diesem Artikel:

  • welche ätherischen Öle sich eignen, wenn du Raumduft selber machen möchtest
  • wie du ein Winterduft-Glas, einen Raumduftspray, eine feste Duftkerze und Duftmelts selbst herstellst
  • den fast vergessenen Pomander-Brauch mit Nelken und Orange sowie ein winterliches Potpourri
  • Duftsäckchen, Kissenspray, Duftsteine aus Ton oder Salzteig und ein Natron-Duftglas zum Verschenken
  • Bonus: mein persönliches Raumduft-Rezept „Geist der Rauhnacht“
  • einen Aromatopf (Simmer Pot), der dein ganzes Zuhause nach Advent riechen lässt

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Warum sich Raumduft selber machen gerade im Winter lohnt

Wenn die Tage kürzer werden und du mehr Zeit drinnen verbringst, verändert sich auch, wie du deinen Raum wahrnimmst, ob du dich dort wohl fühlst. Für mich gehört da ganz klar auch dazu, dass es gut riecht. Ich liebe so heimelige Düfte in der dunklen Jahreszeit, würzig, nicht so süß, auch etwas frisch und holzig am Morgen und abends gerne einen Duft von “ich kuschel mich auf die Couch”. 

Und hier kommst du, wenn du das Ganze auch noch gesund für Mensch und Tier haben willst, kaum drum rum, dir deinen Raumduft selbst zu machen. Denn alles, was du da so kaufen kannst, angefangen von Räucherstäbchen, über Duftkerzen oder Duftgläser, ist oft synthetisch hergestellt und hat nichts in den vier Wänden verloren. Ich bekomme davon mittlerweile Kopfschmerzen.

Ich liebe es ja, wenn der Herbst Einzug hält und die Tage so neblig, diesig sind, mir wohlriechende Dinge herzustellen. Angefangen von Kyphi, eine der wohlriechendsten Räuchermischungen überhaupt, über selbst gegossene Kerzen – gibt es ein schöneres Licht am Abend als eine wohlriechende Kerze im Fenster, wenn draußen die Dunkelheit aufzieht? –, duftende Raumsprays und Duftsäckchen. Von letzteren habe ich immer zwei neben dem Kopfkissen liegen. Eines mit Lavendel und Zirbe und eines mit Sonnwendkräutern, die ich im Sommer gesammelt habe. 

Welche ätherischen Öle passen zu Herbst und Winter?

Zur dunklen Jahreszeit passen vor allem harzig-waldige, warm-würzige und erdige Duftnoten – sie wirken dichter und wärmer als die hellen Zitrusdüfte, die für mich eher in den Frühling gehören. Drei Gruppen ätherischer Öle bilden dabei das Grundgerüst für fast alle Rezepte in diesem Artikel:

●       Harzig-waldig: Fichte, Tanne, Wacholder, Weihrauch – erinnern an den Wald im Winter, erdend und klar

●       Warm-würzig: Zimt, Nelke, Orange – bringen die klassische Weihnachtsnote, am besten sparsam dosiert

●       Erdig-balsamisch: Vetiver, Peru-Balsam, Zeder – geben Tiefe und sind ein bisschen mystisch

Ein wichtiger Hinweis, wenn du ätherische Öle verwendest:

Unsere vierbeinigen Freunde, allen voran Katzen, vertragen bestimmte ätherische Öle schlecht, einige sind für sie und auch für Hunde sogar giftig! Wenn bei dir Vierbeiner mitwohnen, lohnt sich vorher ein Blick darauf, welche Öle du besser nicht verwendest. Und was es für uns Menschen zu beachten gibt, habe ich dir im Parfum selber machen Beitrag zusammengefasst.

Jetzt weißt du, welche Düfte im Winter gut funktionieren. Hier kommen elf Möglichkeiten, wie du Raumduft selber machen kannst – von ganz einfach bis etwas aufwendiger.

1. Winterduft-Glas selber machen mit ätherischen Ölen

Du kennst bestimmt diese fertigen Duftgläser, die es zu kaufen gibt – die sehen schön aus, aber riechen oft sehr penetrant nach künstlicher Vanille, grünem Apfel oder irgendwas Exotischem. Doch zum Glück kannst du so ein Duftglas als Raumduft selber machen, und der Geruch hält wochenlang, wenn du immer mal wieder nachträufelst.

Für ein mittelgroßes Glas brauchst du:

  • ein Glas oder eine Flasche mit engem Hals
  • 5–8 Rattanstäbchen* – sie ziehen das Öl gleichmäßiger nach oben als bspw. Schaschlikspieße aus Holz
  • 150 ml geruchsneutrales Pflanzenöl, zum Beispiel Sonnenblumenöl
  • 20 Tropfen Fichtennadelöl und 15 Tropfen Tannenöl

Fülle das Pflanzenöl in das Glas, gib die ätherischen Öle dazu und rühre kurz um. Tauche die Stäbchen ein und lass sie zwei, drei Stunden stehen, damit sie sich unten mit dem Öl vollsaugen. Drehe sie danach um, sodass das getränkte Ende nach oben zeigt und das trockene Ende ins Öl eintaucht – so zieht das Öl schneller nach oben, und der Duft verteilt sich im Raum. Dreh die Stäbchen am besten alle paar Tage einmal und tropf von Zeit zu Zeit etwas von der Mischung nach, dann hält der Duft spürbar länger. Stelle das Glas an einen Ort ohne direkte Sonne. Diese Version mit dem Öl duftet eher dezent.

Wenn du es lieber etwas intensiver magst, geht das Winterduft-Glas auch auf Alkoholbasis: Ersetze das Pflanzenöl durch 100 ml hochprozentigen Alkohol, 40 ml destilliertes Wasser und 10 ml Glycerin – die ätherischen Öle bleiben gleich. Falls du kein Glycerin hast, nimm stattdessen 110 ml Alkohol; Glycerin sorgt nur dafür, dass der Duft nicht so schnell verfliegt. Die Alkohol-Variante zieht schneller und duftet kräftiger, verdunstet dafür aber auch schneller als die Öl-Version. 

Fichte und Tanne sind die Basis, aber du kannst den Duft natürlich der Jahreszeit angepasst, erweitern: ein paar Tropfen Orange machen ihn fruchtiger, etwas Zimt oder Nelke geben mehr Wärme und erinnern an einen gemütlichen Adventsnachmittag am Kamin.

Eine andere Variante ist dieses duftende Glas:

2. Natron-Duftglas selber machen: Raumduft zum Verschenken im Advent

Dieses Natron-Duftglas ist eine der einfachsten Varianten, wenn du Raumduft selber machen und dabei ganz auf Flüssigkeit verzichten möchtest. Natron nimmt Gerüche auf und gibt Öle über viele Wochen langsam wieder ab, deshalb eignet es sich als Trägerstoff für ein Duftglas.

Für ein kleines Glas brauchst du:

  • 100 bis 150 g Natron
  • ein Glas mit weiter Öffnung, zum Beispiel diese Weck-Gläser*
  • etwa 40 Tropfen ätherische Öle, zum Beispiel 10 Tropfen Orange, 10 Tropfen Tanne, 8 Tropfen Fichte, 7 Tropfen Weihrauch und 5 Tropfen Zimt
  • ein Stück Gaze oder Mulltuch
  • Juteschnur und einen kleinen Tannenzweig zum Dekorieren

Gib das Natron in das Glas, träufle die ätherischen Öle gleichmäßig darüber und rühre alles mit einem Löffel gut durch, damit sich der Duft im ganzen Natron verteilt. Spanne das Gazetuch über die Öffnung und binde es mit der Juteschnur fest, sodass der Duft langsam entweichen kann. Zum Schluss steckst du den Tannenzweig unter die Schnur als Deko. Auch eine Zimtstange oder ein Stück getrocknete Orange eignen sich super. Rühre das Natron ab und zu um oder gib ätherische Öle dazu. Natron kann Gerüche binden, doch nach ca. vier, fünf Wochen solltest du es austauschen. 

Das Natron-Duftglas ist ein schönes Mitbringsel, wenn du im Advent eingeladen bist: Es sieht mit Jute und Tannenzweig nach selbstgemacht aus und erfreut sicher jeden, der einen dezenten Duft im Hintergrund zu schätzen weiß.

3. Pomander binden: der alte Brauch mit Nelken und Orange

Der Pomander war ursprünglich keine Frucht, sondern ein kleines, durchbrochenes Behältnis aus Gold oder Silber, gefüllt mit duftenden Harzen, Kräutern und Gewürzen, das vom späten Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert an Kette oder Gürtel getragen wurde, auch als Schutz vor Ansteckung in Pestzeiten, denn man glaubte damals, schlechte Luft übertrage Krankheiten. Der Name kommt vom französischen ‚pomme d’ambre‘, dem Ambraapfel. Die mit Nelken gespickte Orange, die du heute bindest, ist eine spätere, schlichtere Form dieser Duftkugeln – wann genau sie entstand, lässt sich nicht sicher belegen. 

Ich weiß noch, dass es bei uns zu Hause früher oft solche Duftkugeln gab. Heute ist der Pomander ein wenig in Vergessenheit geraten. Vielleicht wirkt er neben Diffusern und Duftkerzen zu einfach oder zu altmodisch. Dabei ist genau das sein Charme: eine Orange, ein paar Nelken, und ein paar Tage Geduld.

Du brauchst dafür nur:

●       eine feste, unbeschädigte Bio-Orange

●       etwa 50 g ganze Gewürznelken

●       optional eine Nadel oder einen Zahnstocher, um vorzustechen

Steche mit der Nadel kleine Löcher in die Schale und stecke die Nelken hinein, gerne in Reihen oder Mustern, bis die Orange komplett bedeckt ist.

Den Pomander kannst du direkt verwenden. Lege die gespickte Orange einfach auf einen schönen (Holz)Teller oder hänge sie auf. Gerne in der Nähe einer Heizung oder einer anderen Wärmequelle. Dabei trocknet die Frucht und der Duft hält sich danach monatelang. 

4. Duftsäckchen selber machen für Schrank und Schlafzimmer

Für ein Duftsäckchen füllst du getrocknete Kräuter aus dem eigenen Garten in ein kleines Stoffsäckchen – ideal für den Kleiderschrank, die Schublade oder das Auto. Ich habe immer solche Säckchen neben dem Kopfkissen liegen.

Gut geeignet sind:

  • Lavendel – beruhigend, klassisch, hält sich besonders lange
  • Beifuß – würzig-herb, passt gut in den Kleiderschrank gegen Motten
  • Zedernholz – würzig-waldig, soll vor Motten schützen
  • Zirbenspäne oder -nadeln – harzig-waldig, ideal fürs Auto oder den Flur

Fülle die getrockneten Kräuter einfach in ein Baumwollsäckchen und binde es zu. Lässt der Duft nach ein paar Monaten nach, gib ein paar Tropfen des passenden ätherischen Öls direkt auf die Kräuter, um ihn wieder aufzufrischen.

5. Spray als Raumduft selber machen: einfaches Rezept

Ein Raumduftspray unterscheidet sich von einem Parfum vor allem in der Basis und im Einsatzort: Statt auf die Haut sprühst du ihn auf Vorhänge, Kissen oder einfach in die Raumluft. So ein Spray erfrischt sofort die Luft und gerade wenn du Nadeldüfte verwendest ist es ein bisschen, als würdest du im Wald stehen :). 

Für Parfum zum Auftragen auf die Haut findest du in meinem Artikel Parfum selber machen die passenden Rezepte.

Für ein einfaches, harzig-waldiges Raumduftspray (100 ml) mischst du:

  • 60 ml Alkohol (Wodka, Korn oder hochprozentiger Trinkalkohol)
  • 40 ml destilliertes Wasser
  • 30 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl, zum Beispiel Fichte, Wacholder und etwas Zeder

Fülle Alkohol und ätherische Öle in eine Sprühflasche und schwenke das Ganze einmal, damit sich die ätherischen Öle verteilen. Gib dann das Wasser dazu und verschließe die Flasche. Schüttele vor jeder Anwendung kräftig, damit sich alles wieder gut vermischt und auch die Düse vom Sprühkopf nicht verstopft.

raumduft selber machen duftsprays mit ätherischen ölen
Mein Geist der Rauhnacht und weitere Duftsprays

Bonus: Mein persönliches Rezept: „Geist der Rauhnacht“

Dieses Rezept ist eine meiner liebsten Raumduft-Mischungen für die dunkle Jahreszeit – dunkel, waldig, würzig, harzig und erdig, mit einer warmen, balsamischen Tiefe. 

Für 30 ml brauchst du:

  • 20 ml Alkohol
  • 10 ml Wasser oder Hydrolat
  • 4 Tropfen Salbei
  • 4 Tropfen Beifuß
  • 4 Tropfen Weihrauch
  • 4 Tropfen Schwarzfichte
  • 2 Tropfen Peru-Balsam
  • 2 Tropfen Wacholder
  • 1 Tropfen Vetiver

Die Herstellung erfolgt wie bei dem Raumduft oben, du benötigst hier eine 30 ml Sprühflasche*. Dieses Spray verwende ich sehr gerne vor und in den Rauhnächten, bspw. wenn ich meine 13 Wünsche formuliere oder auch einfach so, bevor ich in die Stille gehe, um den Geist der Rauhnacht zu spüren. 

6. Kissenspray selber machen mit Lavendel und Zirbe für erholsamen Schlaf

Ein Kissenspray bringt einen feinen, beruhigenden Duft direkt an den Ort, an dem du die langen Winternächte verbringst.

Für 50 ml brauchst du:

  • 10 ml Alkohol (Wodka oder Korn)
  • 40 ml Zirbenhydrolat oder Lavendelhydrolat
  • 15 Tropfen Lavendelöl und/oder Zirbenöl
  • eine kleine Sprühflasche aus dunklem Glas

Fülle den Alkohol und die ätherischen Öle in die Flasche und schwenke sie, so dass sich beides vermischt. Dann gib das Hydrolat, alternativ das destillierte Wasser dazu. Schüttle dein Spray vor jeder Anwendung kurz und sprühe den Kissenspray aus etwa 20 cm Entfernung aufs Kopfkissen, nie direkt auf dein Gesicht.

Wenn dir das Selbermischen zu aufwendig ist oder du einfach keine Zeit hast: Ich nutze auch gerne diesen Lavendel-Raum- und Kissenspray mit Bio-Lavendelöl* – mit dem Code „Ina10“ bekommst du 10 Prozent Rabatt darauf.

raumduft selber machen duftkerzen im glas mit ätherischen ölen schön dekoriert
Duftende Kerzen im Glas aus Sojawachs in verschiedenen Duftrichtungen

7. Duftkerze selber gießen aus Pflanzenwachs

Jedes Jahr im Herbst, um die Samhain Zeit gieße ich Kerzen selbst. Manche aus Bienenwachs (nicht vegan), andere, die ich mit guten ätherischen Ölen beduften möchte, aus Pflanzenwachs, denn dort kommt der Duft besser zur Geltung. Bienenwachs bringt seinen eigenen Duft mit.

Für eine kleine Kerze im Glas brauchst du:

  • ein altes Marmeladenglas oder, wenn es edel aussehen soll, zum Beispiel dieses Glas*
  • eine leere Dose (800 ml), um das Wachs im Wasserbad zu schmelzen
  • einen vorgewachsten Docht mit Halterung*, passend zum verwendeten Glas
  • Sojawachs in Flocken* – ich fülle das verwendete Glas bis zum Rand und gebe dann noch ca. ¼ dieser Menge dazu, so habe ich genug, um das Glas zu füllen
  • 20–25 Tropfen ätherisches Öl pro 150 ml Fassungsvermögen, zum Beispiel Tanne, Orange und etwas Zimt

Gib das Wachs in die leere Dose und stelle diese in einen Topf mit Wasser, die Dose sollte so ca. ⅓ bis zu Hälfte im Wasser stehen. Schmelze dann das Wachs im Wasserbad bis es flüssig ist. Nimm es vom Herd und lass es etwas abkühlen, bevor du die ätherischen Öle einrührst – zu heißes Wachs lässt einen Teil des Duftes einfach verdampfen. 

Während das Wachs schmilzt, fixiere den Docht mit dem Klebeplättchen mittig im Glas. Gieße dann das duftende Wachs ein und lass die Kerze mindestens vier Stunden ungestört aushärten, bevor du sie zum ersten Mal anzündest.

8. Duftmelts selber machen aus Sojawachs

Ein Duftmelt ist im Grunde eine Duftkerze ohne Docht: ein kleines Stück Wachs, das du in einer Duftlampe* über einem Teelicht schmelzen lässt, statt es abzubrennen. Weil das Wachs nur schmilzt und nicht verbrennt, gibt es keinen Docht, der rußen kann, und du kannst den Duft jederzeit wechseln, indem du einfach ein anderes Stück Wachs in die Schale legst. 

Für etwa 8–10 kleine Melts brauchst du:

●       100 g Sojawachs in Flocken

●       20 – 30 Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Orange, Zimt und Tanne

●       eine Silikonform*, zum Beispiel eine kleine Pralinen- oder Eiswürfelform

Schmelze das Wachs im Wasserbad, nimm es vom Herd und lass es wie bei der Duftkerze auf etwa 60 Grad abkühlen, bevor du die ätherischen Öle einrührst. Gieße die Mischung in die Silikonform und lass sie mehrere Stunden bei Zimmertemperatur fest werden. Sobald die Melts ausgehärtet sind, löst du sie vorsichtig aus der Form und bewahrst sie luftdicht auf. Zum Verduften legst du einfach ein Stück in die Schale deiner Duftlampe, während darunter ein Teelicht brennt.

Diese Duftmelts eignen sich auch wunderbar als Füllung für einen selbstgemachten Adventskalender. Du kannst sie noch aufhübschen, indem du das Wachs einfärbst. Dazu kannst du zum Beispiel ein kleines Stück Wachsmalstift beim Einschmelzen mit ins Wachs geben. Oder du dekorierst die Melts, sobald das Wachs etwas anzieht (sonst sinkt alles ab) mit passenden getrockneten Blüten, Kräutern, zerbröselter Zimtstange, Nelken, getrockneter Orangenschale, Fichtennadeln… Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. 

raumduft selber machen duftsteine aus ton mit runen
Dufttaler mit Runen aus Ton, die ich verschenke

9. Duftsteine aus Salzteig oder Ton selber machen

Duftsteine sind kleine, selbst geformte Anhänger, die du mit einer ätherischen Ölmischung beträufelst und überall dort aufhängst, wo du einen dezenten Raumduft möchtest. Du kannst sie aus lufttrocknendem Ton formen oder aus Salzteig, den du im Ofen trocknest – beides funktioniert gut, der Ton ist etwas feiner in der Oberfläche, Salzteig kannst du dir hingegen einfach selbst herstellen.

Eine schöne winterliche Duftmischung, die für beide Varianten funktioniert, ist bspw. dieser frisch-fruchtigen Duft nach Mandarine und Orange* oder, wenn du es eher waldig magst, schau dir diese Mischung* an. Du kannst natürlich auch eigene Mischungen kreieren.

Für die duftenden Tonsteine brauchst du:

  • lufttrocknenden Ton* 
  • Ausstechformen, zum Beispiel Sterne oder Monde
  • ein Nudelholz oder einen Rollstab
  • optional Schleifpapier
  • optional einen Strohhalm für das Aufhänge-Loch

Für Salzteigfiguren brauchst du:

  • 2 Teile Mehl (bspw. 100g)
  • 2 Teile Salz (bspw. 100g)
  • 1 Teil Wasser (bspw. 50g)

Den Ton knetest du gut durch, rollst ihn etwa einen Zentimeter dick aus und stichst deine Formen aus. Alternativ, so mache ich es, forme die Figuren einfach von Hand, das wird dann rustikaler. Drück mit dem Strohhalm ein kleines Loch für die Kordel, solange der Ton noch weich ist, und lass die Steine ein bis zwei Tage an der Luft trocknen, raue Kanten glättest du danach mit dem Schleifpapier. Lackiere sie nicht – die offene, poröse Oberfläche ist es, die später das Öl aufnimmt. Stell deine fertig geformten Tonteile nicht direkt an die Heizung. Wenn sie zu schnell trocknen, kann der Ton reißen (ich spreche aus Erfahrung…).

Beim Salzteig verknetest du Mehl, Salz und Wasser zu einem glatten Teig, rollst ihn genauso aus und stichst ebenso ein Loch für die Kordel durch, bevor du die Figuren bei 100 Grad Umluft etwa zwei Stunden backst, bis sie komplett durchgetrocknet sind.

Sobald die Steine ausgekühlt oder getrocknet sind, beträufelst du sie mit einer Ölmischung aus 10 Tropfen Orange, 5 Tropfen Zimt und 5 Tropfen Weihrauch. Gehe hier langsam vor, so dass jeder Tropfen auch einziehen kann. Gute Einzelöle findest du bei Heldengrün*. Der Duft hält sich je nach Nutzung mehrere Wochen und lässt sich mit denselben Ölen immer wieder auffrischen.

Diese kleinen Duftsteine eignen sich auch perfekt zum Verschenken, als kleines Mitbringsel oder als Deko an einem größeren Geschenk. Ich lege die kleinen Figuren gerne aufs Fensterbrett in die Nähe der Heizung, denn die Wärme intensiviert den Duft. An frischen Fichtenzweigen, die du im Herbst auf dem Boden findest und in eine Vase stellen kannst, sehen sie nicht nur schön aus, sondern verbreiten auch einen feinen Duft. Du kannst sie außerdem als Anhänger oder kleines Amulett an einer Kordel tragen, in der Tasche mitnehmen, im Auto aufhängen, ins Gäste-WC legen oder im Kleiderschrank gegen Motten einsetzen. Auch an einem Türkranz machen sie sich gut, solange dieser nicht draußen hängt, denn weder Salzteig noch ungebrannter Ton sind wasserfest.

Was fällt dir noch dazu ein?

10. Aromatopf (Simmer Pot): Winterdüfte auf dem Herd köcheln lassen

Wenn du Raumduft selber machen möchtest, ohne ätherische Öle zu verwenden, ist ein Aromatopf die schönste Lösung. Dieser eignet sich auch sehr gut, wenn das ganze Haus nach Essen riecht.

Du brauchst:

  • 1 Bio-Orange in Scheiben geschnitten
  • 2 Zimtstangen
  • 1 Esslöffel Gewürznelken
  • 2 bis 3 Sternanis
  • 2 frische Tannen- oder Fichtenzweige
  • wenn du hast, 1 Rosmarinzweig
  • optional eine Handvoll Cranberrys

Gib alle Zutaten zusammen mit Wasser in einen Topf, bringe es kurz zum Kochen und lass es danach auf kleinster Stufe köcheln. Kontrolliere zwischendurch den Wasserstand und fülle bei Bedarf nach, damit nichts anbrennt. Der würzig-fruchtige Duft verteilt sich so im ganzen Raum.

11. Winterliches Potpourri selber machen

Ein Potpourri ist die einfachste Art, einen Raum nach Winter duften zu lassen: getrocknete Orangenscheiben, Zimtstangen und Gewürznelken und ein paar frische Zweige in einer Schale, mehr braucht es nicht.

Für eine mittelgroße Schale nimmst du:

  • 2 bis 3 Orangen
  • 4 bis 5 Zimtstangen
  • 2 Esslöffel ganze Gewürznelken
  • ein paar Sternanis für die Optik
  • ein paar Tropfen Orangen-, Fichten- und/oder Zimtöl
  • Tipp: wenn du ein Zirbenschale* verwendest, hast du direkt ein noch größeres Dufterlebnis

Schneide die Orangen in dünne Scheiben, lege sie auf ein Backblech mit Backpapier und trockne sie bei niedriger Temperatur im Ofen, etwa bei 80 Grad Umluft mit einem Kochlöffel in der Ofentür, bis sie sich fest und trocken anfühlen. Alternativ auf der Heizung oder dem Kachelofen. Das dauert je nach Dicke zwei bis drei Stunden, und zwischendurch wendest du sie immer mal. 

Danach arrangierst du die Orangenscheiben zusammen mit frischen Zweigen aus dem Wald, den Zimtstangen, den Nelken und Sternanis in einer flachen Schale. Wenn du einen stärkeren Duft möchtest, träufelst du die ätherischen Öle darüber. Lässt der Duft nach ein paar Wochen nach, genügen wieder ein paar frische Tropfen.

Als Geschenk eignet sich das Potpourri besonders gut: Fülle die Mischung in ein Einmachglas oder in ein kleines Stoffsäckchen, binde eine Kordel mit einem Tannenzweig darum, und die beschenkte Person kann es zuhause einfach in eine Schale legen. Wer mag, kann es später auch in den Aromatopf geben.

Fazit – deinem duftenden Winter steht nichts mehr im Weg

Elf Möglichkeiten, die dunkle Jahreszeit nach Wald, Harz und Gewürz duften zu lassen, und fast alle brauchen kaum mehr als ein Glas, eine Sprühflasche oder eine Orange aus der Küche. Such dir das aus, was dich anspricht und am besten zu deinem Zuhause passt, ob ein Pomander am Fenster, ein Duftglas im Flur oder ein Spray fürs Kopfkissen, und mach daraus mit deinen eigenen Ölen zu deinem ganz persönlichen Raumduft oder Geschenk für liebe Menschen. 

Was wirst du als erstes herstellen? Schreib’s gerne in die Kommentare 🙂.

Häufige Fragen wenn du Raumduft selber machen willst

Bitte beachte und lese meinen Disclaimer.

Wie kann ich Raumduft selber machen?

Für jeden selbst gemachten Raumduft brauchst du einen Duftstoff, zum Beispiel ätherische Öle, einen Träger und einen passenden Behälter. Der Träger kann ein Pflanzenöl oder Alkohol mit Wasser sein, ebenso Wachs oder Natron. Ganz ohne Öle kommen der Pomander, das Potpourri und der Aromatopf aus.

Wie lange hält selbstgemachter Raumduft?

Wie lange dein selbstgemachter Raumduft hält, hängt von der Variante ab: Ein Duftglas mit Rattanstäbchen hält bei regelmäßigem Nachfüllen oft mehrere Wochen, ein Natron-Duftglas etwa vier bis fünf Wochen. Pomander können nach dem Trocknen monatelang duften, während Raumsprays und Kissensprays nur kurz in der Luft sind bzw. auf Textilien wirken.

Kann ich Raumduft selber machen auch ohne ätherische Öle?

Ja. Ein Aromatopf mit Orangenscheiben, Zimtstangen, Nelken, Sternanis und Tannenzweigen verbreitet einen winterlichen Duft ganz ohne ätherische Öle. Auch Potpourri aus getrockneten Orangenscheiben und Gewürzen funktioniert ohne Öle, duftet dann allerdings dezenter.

Welche ätherischen Öle sind für Katzen und Hunde ungeeignet?

Viele ätherische Öle können für Katzen problematisch sein, insbesondere stark konzentrierte Öle wie Teebaum-, Zimt-, Nelken-, Pfefferminz-, Eukalyptus- und Zitrusöle. Katzen nehmen Düfte über Fell und Pfoten auf und können viele Stoffe deutlich schlechter abbauen als Menschen. Wenn Katzen in deinem Haushalt leben, verzichte am besten ganz auf ätherische Öle in Diffusern, Raumsprays und Duftgläsern. Lüfte regelmäßig und sorge dafür, dass deine Katze Öle oder Sprays nicht direkt berühren kann. Als Alternative eignen sich ein Aromatopf mit Orangenscheiben, Zimt und Gewürzen oder getrocknete Kräuter und ein winterliches Potpourri. Das gilt auch für Hunde, die mit dir zusammen leben.

Wie bewahre ich selbstgemachte Duftmelts und Duftkerzen auf?

Bewahre Duftmelts luftdicht und kühl auf, am besten in einem Glas oder einer Blechdose. Fertige Duftkerzen sollten vor direkter Sonne geschützt stehen; vor dem ersten Anzünden sollten sie vollständig ausgehärtet sein.

Sind selbstgemachte Raumdüfte gesünder als gekaufte?

Ja. Wenn du Raumduft selber machen willst, hast du die volle Kontrolle über die Zutaten: Du weißt, welche Öle, Kräuter und Trägerstoffe du verwendest, und kannst auf synthetische Duftstoffe verzichten. Ätherische Öle sind trotzdem konzentrierte Wirkstoffe und sollten bewusst und sparsam eingesetzt werden.

Was ist ein Pomander?

Ein Pomander war ursprünglich ein durchbrochenes Behältnis aus Gold oder Silber, gefüllt mit Harzen, Kräutern und Gewürzen, das man vom späten Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert trug. Heute ist damit meist eine mit Gewürznelken gespickte Orange gemeint, die du aufhängen oder in eine Schale legen kannst.

Was ist der Unterschied zwischen Raumduftspray und Parfum?

Ein Raumduftspray sprühst du auf Vorhänge, Kissen oder in die Raumluft, ein Parfum trägst du auf der Haut auf. Deshalb unterscheiden sich Basis und Duftprofil. Rezepte für Parfum findest du in meinem Artikel „Parfum selber machen“.

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