Eine Herbst Bucketlist findest du gerade überall, meistens sind es 50 Punkte zwischen Kürbis schnitzen, Pumpkin Spice Latte trinken und Museumsbesuch – das kann sicher der ein oder anderen zeigen, wie schön auch die dunkler werdende Jahreszeit sein kann, aber am Ende hast du nichts in der Hand, was wirklich aus dieser Jahreszeit selbst kommt.

Diese Herbst Bucket Liste hier ist anders gedacht: Sie nimmt dich mit raus vor die Tür, zu dem, was der Wald und die Wiese jetzt hergeben, und von dort zurück in deine Küche, zu deinem Altar, in dein kleines Ritual am Abend. Du wirst sammeln, mit deinen Händen etwas herstellen, kochen und die dunkler werdende Jahreszeit über einen Korb Kastanien, einen selbst angesetzten Sirup und eine Kerze am Abend kennenlernen.

Lass uns direkt loslegen.

Was dich erwartet:

  • was du im Wald und am Wegrand jetzt sammeln kannst
  • was sich daraus basteln lässt
  • kleine Naturkosmetik aus Herbstzutaten
  • deine kleine Heilpflanzen-Hausapotheke für den Winter
  • ein Dankbarkeitsritual zur Tagundnachtgleiche und ein Ausblick auf Samhain
  • was du schon jetzt für die Rauhnächte sammeln kannst
  • vegane Wildkräuterküche mit dem, was noch wächst
  • viele kleine Ideen für draußen, drinnen und mit anderen

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Sammeln, Basteln und die Sinne öffnen

Bevor du bastelst, deine Naturkosmetik ansetzt oder abends dein Kerzenritual vorbereitest, brauchst du erst einmal das Material dafür – und genau das ist dieser erste Teil deiner Herbst Bucket List. Zieh los, füll deinen Korb, und nimm dir das mit, was dir später wieder begegnet: als Kastanienfigur auf dem Fensterbrett, als Öl in deiner Küche oder als wohlduftendes Räucher-Ritual an einem nebligen Abend im Oktober.

Was du im Wald und am Wegrand jetzt sammeln kannst

1. Kastanien und Eicheln sammeln

Kastanien und Eicheln gehören zu den ersten Boten des Herbstes, die du kaum übersehen kannst, sobald du unter die alten Bäume in Parks oder am Waldrand trittst, und gerade das macht sie zum idealen Einstieg in deine Sammelzeit, weil du fast garantiert etwas findest, ohne lange suchen zu müssen. Nimm dir Zeit, die schönsten, glänzenden, prallen Exemplare herauszusuchen, statt wahllos alles einzusammeln, was am Boden liegt, denn eben diese Sorgfalt ist es, die aus einem Spaziergang schon ein kleines bewusstes Ritual macht. Für später brauchst du sie ohnehin in gutem Zustand, egal ob zum Basteln oder als Dekoration, also lohnt sich der genauere Blick gleich doppelt.

2. Hagebutten und Schlehen finden

An Hecken und Waldrändern hängen jetzt die roten Hagebutten dicht an den Zweigen, und wenn du Glück hast, findest du auch schon die ersten Schlehen, auch wenn beide erst nach dem ersten Frost ihre volle Süße und Reife entfalten. Das heißt aber nicht, dass du bis dahin warten musst, denn schon jetzt kannst du sammeln und einfrieren, damit du die Früchte später in Ruhe weiterverarbeiten kannst. Trag am besten Handschuhe, wenn du an die dornigen Zweige gehst, und lass immer genug für die Vögel und Tiere hängen, die im Winter darauf angewiesen sind.

3. Blätter, Moos und Zapfen mitnehmen

Bunte Blätter, weiches Moos und Zapfen in allen Formen liegen jetzt überall dort, wo du hinschaust, und trotzdem gehen die meisten Menschen achtlos daran vorbei. Aber hast du dir mal wirklich so ein kleines Fleckchen Moos angeschaut? Welch schöne Form das hat, manche sind sternförmig, andere wie kleine Farne oder wie ein Teppich aus winzigen Bäumchen. Ein Ahornblatt, ein Büschel Moos, ein paar Fichtenzapfen – das wird später dein Kranz, deine Altardeko, dein Fensterbild.

4. Beifuß und Schafgarbe für den Winter trocknen

Am Wegrand und auf Brachflächen findest du jetzt noch Beifuß und Schafgarbe, zwei Pflanzen, die zu den ältesten bekannten Räucherkräutern in unseren Breiten gehören und die du dir für die dunkle Jahreszeit aufheben kannst, wenn du sie jetzt richtig trocknest. Schneide die Triebe an einem trockenen Tag, binde sie zu kleinen Bündeln und hänge sie kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort auf, denn direkte Sonne würde ihnen die Kraft und den Duft nehmen. Diesen Vorrat holst du dir dann in den Rauhnächten wieder heraus, wenn draußen alles kalt und dunkel ist und du an einem dieser Abende dein Räucherwerk auflegst.

Was sich daraus basteln lässt

5. Kastanien- und Eichelfiguren basteln

Aus den Kastanien und Eicheln, die du dir gerade eingesammelt hast, lassen sich mit ein paar Zahnstochern oder dünnen Ästchen kleine Figuren stecken, Tiere, Männchen, kleine Waldwesen, die auf deinem Fensterbrett oder mitten auf dem Esstisch stehen und dir beim Vorbeigehen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Falls du Kinder hast, ich hab das früher geliebt, und deine Kinder sicher auch. Aber auch wir Erwachsene dürfen immer mal wieder Kind sein. Allein am Küchentisch, mit einer Tasse Tee daneben, merkst du schnell, wie die Gedanken langsamer werden, während du die Zahnstocher in die Kastanien drückst und schaust, ob der Kopf gerade sitzt. Am Ende hast du keine gekaufte Deko, sondern etwas, das du selbst aus dem gemacht hast, was der Wald dir geschenkt hat, und es darf ruhig schief stehen und ungleichmäßig sein, das unterscheidet es von all dem langweiligen Dekokram, den du im Laden kaufen könntest. Lass dich gerne hier inspirieren.

6. Einen Kranz oder ein Mandala aus Naturmaterial legen

Aus Zweigen, bunten Blättern, ein paar Hagebutten und den Zapfen, die du mitgenommen hast, bindest du dir entweder einen kleinen Kranz für die Tür oder legst draußen im Wald oder auf deinem Balkon ein Mandala, das dort bleibt und sich mit der Zeit von selbst wieder auflöst, statt es aufzuheben. Darin steckt der eigentliche Sinn dieser Arbeit: Der Wind wird sich in den nächsten Tagen die Blätter holen und sie weitertragen, ein Eichhörnchen oder ein Vogel wird sich vielleicht die eine oder andere Hagebutte aus deinem Muster nehmen, und was übrig bleibt, verrottet irgendwann zu Erde, aus der im nächsten Jahr wieder etwas Neues wächst. Dein Mandala fügt sich damit einfach in den Kreislauf ein, der ohnehin schon da ist, du legst nur für einen Moment sichtbar, was sonst unsichtbar geschieht. Wenn du magst, fotografiere es, bevor der erste Windstoß oder die erste Amsel es sich holt, denn dieses Vergehen gehört zum Herbst und zu Naturwärts gleichermaßen dazu wie das Sammeln selbst.

7. Kleine Amulette aus Wurzeln anfertigen

Auf deinen Spaziergängen findest du oft kleine, knorrige Wurzelstücke, die schon fast wie ein Tier oder ein Gesicht aussehen. Nimm sie mit, schnitz sie vorsichtig etwas zurecht oder lass sie einfach so, wie sie sind, und bohr ein kleines Loch für eine Schnur hinein. So ein Wurzelamulett trägst du dann als kleinen Talisman bei dir, ein Stück Wald, das dich durch den Tag begleitet. Wurzeln stehen auch symbolisch für unsere Ahnen, unsere Herkunft und die Verbindung zu ihnen.

Herbst Bucketlist eine Schritt für Schritt  Bilderanleitung um einen Traumfänger herzustellen (KI-generiertes Bild)

8. Ein Fensterbild oder Traumfänger mit Blättern gestalten

Nimm dir einen schönen Zweig, bind ihn dir mit Naturgarn quer ins Fenster, und häng daran, was du gesammelt hast: bunte Blätter, ein paar Federn, Hagebutten, vielleicht ein kleiner Zapfen dazwischen. Jedes Stück bekommt seinen eigenen Faden, unterschiedlich lang, sodass am Ende ein kleines Mobile entsteht, das sich bei jedem Windstoß durchs gekippte Fenster leicht dreht. So hast du dir mit wenig Aufwand ein Stück Herbst ins Haus geholt, das noch da ist, wenn draußen längst alles kahl und grau geworden ist. Und vielleicht spiegelt sich sogar die goldene Oktobersonne in deinem Fensterbild. Wenn du dünne Äste von Birke oder Weide zur Hand hast, kannst du daraus auch einen kleinen Traumfänger binden und die schönsten Blätter, Federn oder getrockneten Blüten hineinweben, die du auf deinen Spaziergängen gefunden hast.

9. Deinen Altar oder Jahreszeitentisch herbstlich schmücken

Falls du schon mit einem Altar arbeitest, kannst du diesen jetzt einfach herbstlich schmücken. Oder du gehst noch einen Schritt weiter und richtest dir einen eigenen Ahnenaltar ein – wie das im Detail geht, zeige ich dir ausführlich in meiner Anleitung zum Ahnenaltar gestalten – eine Anleitung für deinen eigenen Samhain Altar.

Ob du schon einen festen Platz hast oder dir einfach eine Fensterbank, ein Regalbrett oder ein Tablett dafür aussuchst, jetzt ist die Zeit, diesen Platz mit dem zu gestalten, was der Herbst dir gerade bringt: ein paar Kastanien, eine Feder, getrocknete Blätter, die Hagebutten und Zapfen, die du bereits gesammelt hast. Ordne die Dinge so an, dass es für dich schön aussieht. Kreativität tut gut und macht den Kopf frei :).

Für deine Innenschau und Kreativität

Und manchmal ist so ein Herbsttag auch einfach nur grau und „usselig“ und überhaupt nicht einladend, raus zu gehen. Wobei ich das ja liebe, wenn die Nebel den Alltag näher an die Anderswelt bringen und der Herbststurm den Kopf freipustet auf dem Feld. Aber es gibt auch für diese Tage schöne Dinge, die du von deiner Herbst Bucketlist machen kannst.

herbst bucketlist ein schönes yournal schreiben bei einer tasse tee und kerzenschein während es draußen hebstlich stürmt und regnet (KI-generiertes Bild)

10. Ein Naturjournal für den Herbst beginnen

Besorge dir ein leeres Heft* und schreib rein, was dir auf deinen Spaziergängen auffällt, welches Wetter gerade ist, wie du dich fühlst, oder einfach, was der Herbst mit dir macht. Wenn du im Winter noch mal darin blätterst, erinnerst du dich an Dinge, die du sonst längst vergessen hättest.

11. Blätter pressen und weiterverwenden

Leg bunte Blätter zwischen die Seiten eines schweren Buchs und lass sie dort ein bis zwei Wochen liegen. Danach kannst du sie in dein Naturjournal kleben, als Lesezeichen nutzen oder für das Fensterbild aus Punkt 8 verwenden.

12. Aufschreiben, wofür du gerade dankbar bist

Schreib jeden Abend, bevor du zu Bett gehst, drei Worte oder kurze Sätze auf, wofür du dankbar bist. Es geht darum, den Blick bewusst auf das zu lenken, was gerade gut ist, bevor der Alltag ihn wieder woanders hinzieht.

13. Einen Herbstmoment malen oder zeichnen

Nimm dir Stifte oder Wasserfarben und bring malerisch zu Papier, was dich bewegt. Das muss nicht schön sein, lass es einfach raus, denn Malen kann genauso wie Schreiben sehr heilsam sein.

14. Ein Duftsäckchen für Schrank oder Auto binden

Fülle ein kleines Leinensäckchen mit getrockneten Lavendelblüten, ein bisschen getrockneter Orangenschale und einer zerbrochenen Zimtstange, dann schnür es zu. Häng es in den Kleiderschrank oder leg es ins Auto, so hast du immer etwas Duftendes bei dir.

15. Einen Brief an dich selbst schreiben

Schreib auf, was du dir gerade wünschst oder was dich beschäftigt, steck ihn in einen Umschlag und leg ihn weg, bis zu den Rauhnächten. Wenn du ihn dann liest, merkst du vielleicht, wie viel sich im Herbst bei dir getan hat.

Wenn draußen alles raunt

Nebel, Wind, nasses Laub unter den Füßen, das macht diese Tage draußen so besonders.

nebliger tannenwald wenig sonne scheint durch die stämme und am boden wachsen fliegenpilz und moos (KI-generiertes Bild)

16. Einen Baum als Herbstbegleiter wählen

Such dir in deiner Nähe einen Baum aus, den du in den kommenden Wochen immer wieder besuchst, egal ob im Park, am Waldrand oder vor deiner Tür. Schau dir an, wie er sich verändert, welche Blätter er als Erstes verliert, wie er im Regen aussieht oder im ersten Frost. Mit der Zeit merkst du, wie viel ein einzelner Baum über eine ganze Jahreszeit erzählen kann, wenn du ihm nur genug Aufmerksamkeit schenkst.

17. Ein bewusster Waldspaziergang ohne Ziel

Nimm dir einmal in dieser Zeit einen Spaziergang, der kein Ziel hat außer dem Gehen selbst, ohne Schrittzähler, ohne feste Route, einfach dorthin, wohin dich die Füße tragen oder wohin ein Weg dich lockt, den du sonst nie nimmst. Du wirst überrascht sein, was sich zeigt, wenn du nicht ankommen musst, sondern nur unterwegs sein darfst, ein Baum, den du noch nie bewusst gesehen hast, ein Geruch nach nassem Laub, ein Vogelruf, den du nicht kennst. Diese Ziellosigkeit ist selten geworden in einem Alltag, der ständig plant, und genau deshalb lohnt sie sich gerade jetzt, wo der Wald dir ohnehin schon entgegenkommt.

18. Wie ein Kind über Pilze und Nebel staunen

Ich bleib an solchen Tagen oft mitten auf dem Weg stehen, wenn zwischen Moos und Farnen plötzlich ein ganzer Pilzring auftaucht oder der Nebel zwischen den Stämmen hängt wie hingehaucht. Da darfst du ruhig wieder wie ein Kind gucken, mit offenem Mund, ohne dass dir jemand erklärt, wie das alles heißt oder funktioniert. Geh ruhig ein Stück in den Nebel hinein und frag dich neugierig, was dich wohl dahinter erwartet, das ist die pure Magie des Herbstes, roh und unverstellt.

19. Barfuß über kaltes, feuchtes Gras laufen – weckt nochmal die Lebensgeister im Herbst

20. Bei Regen mit voller Absicht in eine Pfütze springen, ich mach das heute noch

21. Durch raschelndes, buntes Laub laufen, während die Oktobersonne golden scheint – tank dich mit den Farben auf für die dunkle Zeit 

22. Bei Neumond bewusst die Dunkelheit erleben – geh raus, warm eingepackt, und lass dir Zeit, bis sich deine Augen an die Dunkelheit gewöhnen, und “halte die Dunkelheit aus”

23. Den ersten Raureif am Morgen entdecken – die Kälte wird sichtbar

24. Tierspuren im weichen Boden suchen – der Wald erzählt, wer hier war

25. Dem Wind in den Bäumen zuhören – jedes Rascheln erzählt was anderes

26. Ziehende Vögel beobachten – der Himmel zeigt dir den Jahreswechsel

27. Eine letzte bunte Blüte finden und mitnehmen – dein Anker in der dunklen Zeit

Räuchern als Übergang in die dunkle Jahreszeit

Den Beifuß und die Schafgarbe, die du dir weiter oben schon getrocknet hast, brauchst du jetzt für diesen Punkt – Räuchern ist einer der einfachsten Wege, den Übergang in die dunklere Jahreszeit bewusst zu begehen.

28. Räuchern als Übergang

Wenn die Abende jetzt früher dunkel werden, ist das Räuchern eine der einfachsten Arten, diesen Übergang bewusst zu begehen: Zünde ein Stück Kohle an oder leg getrocknetes und zerbröseltes Beifuß- und Schafgarbenkraut auf ein Sieb, und lass den Duft durch die Räume ziehen.

Beifuß gilt seit jeher als Schwellenkraut, das den Übergang zwischen den Welten öffnet und Intuition und Traumarbeit begleitet, Schafgarbe wird überliefert für Klarheit und Visionsarbeit genutzt.

Du musst dabei nichts Bestimmtes denken oder sprechen, oft reicht es, einfach zu sitzen und zuzusehen, wie der Rauch sich seinen Weg durch den Raum sucht, während draußen die Dämmerung früher kommt als noch vor ein paar Wochen. Wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, welche Pflanzen sich wofür eignen und wie du deine eigenen Mischungen zusammenstellst, welche Räuchertechniken es gibt und einiges mehr, schau dir gerne meinen großen Räucherkurs „Räucherpfade“ an.

Wildkräuterküche im Frühherbst

Auch im Frühherbst wächst am Wegrand noch mehr, als die meisten vermuten – nach einem milden Spätsommer treiben viele Wildkräuter noch einmal frisch nach, bevor der erste richtige Frost kommt. Ein Punkt auf deiner Herbst Bucketlist, den du dir nicht entgehen lassen solltest.

29. Wildkräutersalz mit Fichtennadeln

Sammle dir eine Handvoll frischer Fichtennadeln, immer die Seitentriebe nehmen, niemals die Spitze, denn dann wächst der Ast nicht mehr weiter. Hacke sie grob und gib sie mit etwas grobem Meersalz in einen Mixer, um alles zu Pulver zu mahlen. Dann gib die doppelte Menge an Salz hinzu, damit das Ganze haltbar ist. Breite die Mischung auf einem Blech aus und lass sie ein paar Tage an einem luftigen Ort durchtrocknen, bis das Salz nicht mehr feucht ist, dann füllst du es in ein Glas mit gutem Verschluss. Über Ofengemüse gestreut oder in eine Kartoffelsuppe gerührt, schmeckst du sofort, dass da Wald drin ist, harzig, würzig, ein bisschen wild.

herbst bucketlist neue kartoffeln serviert mit öl und letzten wildkräutern aus dem hebst wie spitzwegerich löwenzahn (KI-generiertes Bild)

30. Neue Kartoffeln mit Wildkräuteröl

Koch dir ein paar der neuen Kartoffeln, gerne mit Schale, während du parallel eine Handvoll Giersch, Spitzwegerich und Löwenzahnblätter fein hackst, die im Frühherbst nach mildem Spätsommer oft noch einmal frisch nachtreiben. Vermenge die Kräuter mit einem guten Olivenöl, etwas Salz und einem Spritzer Zitrone, und gieß dieses Öl über die noch warmen, aufgeschnittenen Kartoffeln. So ein einfaches Gericht zeigt dir, wie viel Geschmack in dem steckt, was am Wegrand für die meisten einfach nur Unkraut ist.

31. Wildkräuter-Aufstrich

Weiche eine Handvoll Cashewkerne ein, püriere sie mit etwas Wasser, Zitronensaft, Salz und einer Handvoll frisch gehackter Wiesenkräuter, die du jetzt teilweise bis in den Winter findest, zu einem cremigen Aufstrich. Je nachdem, wie mild oder herb du es magst, kannst du die Menge der Wildkräuter variieren, Löwenzahn bringt eine leicht bittere Note, Vogelmiere ist sehr mild, Spitzwegerich erinnert an Champignons. Auf (selbstgebackenem) dunklem Roggen-Sauerteig-Brot oder als Dip für rohes Gemüse schenkt dir dieser gesunde Aufstrich nochmal einen letzten Hauch Frühling für dieses Jahr.

Naturkosmetik aus Herbstzutaten

Statt ein fertiges Produkt aus dem Regal zu nehmen, kannst du dir mit wenig Aufwand deine eigene kleine Herbst-Pflegeroutine herstellen, aus dem, was du sowieso schon gesammelt hast. Und die länger werdenden Abende bieten sich perfekt an, etwas von deiner Herbst Bucketlist „abzuhaken“ ;-).

32. Dein Bad riecht heute nach Wald

Sammle dir eine Handvoll Fichtennadeln und, wenn du welche findest, ein paar Wacholderbeeren dazu, und zerstoß beides kurz im Mörser*, damit sich der Duft besser löst. Vermeng das mit grobem Meersalz, gib zwei Esslöffel Natron mit rein, das macht das Wasser weicher, und lass die Mischung im Schraubglas zwei, drei Wochen ziehen, ab und zu schütteln.

Zum Baden füllst du dir davon ein paar Esslöffel in ein Jutesäckchen*, das du mit ins Wasser hängst, so verstopfen dir die Nadeln nicht den Abfluss. Als natürlichen Duftverstärker tropfe gerne ein paar Tropfen von naturreinem ätherischem Fichtennadelöl* oder ein anderes Öl deiner Wahl mit in das Säckchen.

33. Die letzte Blütenkraft für raue Haut

Ringelblumen blühen oft noch bis weit in den Oktober hinein, entweder in deinem Garten oder auf den bunten Blumenwiesen, die man mittlerweile oft zwischen Feldern und am Wald- und Wiesenrand sieht. Aus ihren Blüten lässt sich ein einfacher Ölauszug herstellen: Die Blütenblätter gut antrocknen lassen, damit sich kein Schimmel bildet, dann in ein Glas geben, mit einem milden Pflanzenöl wie Mandel- oder Sonnenblumenöl vollständig bedecken und für drei bis vier Wochen an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Platz stellen, täglich schütteln. Danach abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Das Öl pflegt trockene, gereizte oder raue Haut, gerade jetzt, wenn Wind und Kälte ihr zusetzen, und eignet sich auch gut für spröde Ellenbogen oder rissige Hände.

Eine Ringelblumensalbe* kannst du hier bestellen.

34. Das Peeling, über das du sonst stolperst

Aus den Rosskastanien, die überall am Boden liegen, lässt sich mit wenig Aufwand ein Körperpeeling herstellen, das ganz ohne gekaufte Zusätze auskommt: Zerkleinere ein paar Kastanien im Mixer, bis eine eher feine, feuchte Masse entsteht, und lass sie kurz ziehen. Kastanien enthalten Saponine (Seifenstoffe) und so wirkt dein Peeling gleich doppelt, durch die Reibung und den leichten Schaum. Vermische die Masse mit etwas Zucker oder feinem Salz für die peelende Wirkung und einem Schluck Pflanzenöl, damit die Haut nicht austrocknet. So schnell hast du ein Peeling, das buchstäblich unter deinen Füßen lag, bevor es in deiner Dusche landete. Verwende es nur für deinen Körper und nicht im Gesicht, dafür ist es zu grob.

Heilpflanzen-Naturapotheke jetzt schon für den Winter vorsorgen

Der Frühherbst ist die Zeit, in der du dir deine kleine Hausapotheke für die kommenden Monate zusammenstellst, nicht aus der Drogerie, sondern von den Wegrändern und aus deiner eigenen Küche, genau das macht diesen Teil deiner Herbst Bucketlist so besonders.

heilpflanzen naturapotheke aus der herbst bucket liste hagebutten tee, hustensirup, holunder oxymel und Räuberessig (KI-generiertes Bild)

35. Hagebutten als Vitamin-C-Vorrat sammeln

Die roten Hagebutten, die du beim Sammeln bereits mitgenommen hast, sind mehr als nur Bastel- oder Deko-Material: getrocknet und zu Tee verarbeitet, gehören sie zu den bekanntesten heimischen Vitamin-C-Lieferanten für den Winter. Sammle am besten nur die noch harten Früchte, wenn sie weich sind, sind sie zwar reifer, doch zum Trocknen eher nicht mehr geeignet. Du kannst die Hagebutten einfach so bspw. in einem Sieb nahe der Heizung trocknen und lagern. Für einen Tee gib einige in einen Gefrierbeutel und rolle mit dem Nudelholz drüber, so brechen sie auf. Übergieße ca. 1 EL davon pro Tasse mit heißem Wasser und seihe nach ca. 15 Minuten alles durch einen Kaffeefilter, damit die feinen Härchen entfernt werden. Der Tee wird übrigens nicht so rot wie der, den du aus Teebeuteln kennst. Das liegt daran, dass dieser oft mit Malvenblüten gestreckt ist.

36. Dein Sirup für den ersten Kratzer im Hals

Beide Pflanzen gehören zu den ältesten bekannten Hausmitteln bei Husten und finden sich jetzt im Frühherbst noch im Garten und auf der Wiese:

●       Thymian und Spitzwegerichblätter grob hacken und in ein Glas geben

●       mit gutem, rohem Bio-Honig* übergießen, bis alles bedeckt ist

●       zwei bis drei Wochen an einem warmen, dunklen Ort ziehen lassen, gelegentlich umrühren

●       abseihen und in eine dunkle Flasche füllen

Bei ersten Anzeichen einer Erkältung nimm einen TL und lass ihn langsam im Mund zergehen oder gib etwas davon in lauwarmen (Salbei-)Tee. Falls eine Erkältung im Anflug ist – hier sind meine 4 besten Soforttipps.

37. Tiefer einsteigen: Oxymel und Räuberessig

Wenn dich das Ansetzen eigener Pflanzenmittel gepackt hat, findest du bei mir zwei ausführliche Anleitungen: mein Holunder Oxymel selber machen: „Deep Purple“ – kraftvolles Immun-Elixier für den Herbst und mein Natürliches Antibiotikum schnell gemacht – zwei alte Rezepte, ein starker Essig, der historische Räuberessig in einer eigenen Variante.

Jahreskreisfeste: Mabon, Samhain und Rauhnächte

Dieser Teil deiner Herbst Bucketlist verbindet dich mit den großen Übergängen des Jahres.

38. Ein Dankbarkeitsritual zur Herbst-Tagundnachtgleiche

Um den 22. oder 23. September stehen Tag und Nacht für einen Moment im Gleichgewicht, bevor die Dunkelheit die Oberhand gewinnt. In der modernen spirituellen Szene wird dieser Tag oft Mabon genannt, ein Name, den erst ein Wicca-Autor in den 1970er-Jahren aus einer walisischen Sagengestalt geprägt hat – die Tagundnachtgleiche selbst als Naturereignis ist dagegen so alt wie die Erde, die sich um die Sonne dreht. Nutze diesen Tag, um innezuhalten und dir bewusst zu machen, was das Jahr dir bisher gebracht hat, bevor du dich der dunkleren Jahreshälfte zuwendest.

Ein einfaches Ritual dafür:

●       leg dir drei Dinge aus deiner Ernte des Jahres auf den Tisch, im übertragenen wie im wörtlichen Sinn

●       zünde eine Kerze an und sprich laut oder still aus, wofür du dankbar bist

●       schreib einen Satz dazu auf, den du erst zur Wintersonnenwende wieder liest

39. Ausblick auf Samhain

Was jetzt an der Tagundnachtgleiche beginnt, setzt sich fort, bis sich Ende Oktober die Schleier zur Anderswelt weiter öffnen. Mehr dazu, was diese Zeit für dich bereithält, liest du in meinem Artikel zu Samhain oder Halloween – was in dieser geheimnisvollen Nacht wirklich passiert.

40. Schon jetzt eine Wunschliste für die Rauhnächte beginnen

Was du dir fürs kommende Jahr wünschst, muss dir nicht erst in der Nacht zwischen den Jahren einfallen. Leg dir eine kleine Liste an und schreib im Laufe des Herbstes auf, was dir in den Sinn kommt, ein Wunsch beim Spazierengehen, einer beim Aufwachen, einer beim Blick aus dem Fenster. Zu den Rauhnächten hast du dann keine leere Seite vor dir, sondern schon etwas, mit dem du arbeiten kannst, mehr dazu in meinem 13-Wünsche-Ritual.

Herbst wird schöner, wenn du ihn teilst

Vieles von deiner Herbst Bucketlist wird noch schöner, wenn du es mit jemandem teilst, ob mit deinen Kindern, einer Freundin oder der ganzen Familie. Der Herbst lädt dazu ein, sich wieder öfter zu treffen, drinnen wie draußen

herbst bucketlist gemeinsam vier frauen sitzen in der herbstdämmerung an einem feuer in der natur (KI-generiertes Bild)

41. Ein Gewürzkakao mit Zimt und einer Prise Chili – Statt dem gewöhnlichen Kakao gönn dir eine Version mit etwas Zimt, einem Hauch geriebener Muskatnuss und, wenn du es magst, einer winzigen Prise Chili. Diese Gewürze wärmen dich von innen; so ein Kakao ist schnell gemacht und macht aus einem grauen Nachmittag drinnen etwas, worauf du dich richtig freust.

42. kühle Herbstluft ins Haus lassen

43. Ein Buch für die dunkle Jahreszeit zur Hand nehmen – Ich liebe es ja, wenn draußen der Regen an die Scheiben klatscht und ich drinnen gemütlich mit den Hunden auf der Couch sitze und ein Buch lese. Das trommeln an der Scheibe ist so beruhigend und dann tauche ich gerne schon ein in die Rauhnächte – diese magische Zeit zwischen den Jahren. Dieses Buch* ist eines der wenigen, die ich schon viele Jahre habe und auch nicht mehr hergebe. 

44. die Kuscheldecke aus der Sommerpause holen

45. die Vorratskammer für den Winter bestücken

46. mit den Händen etwas schaffen, bspw. Duftanhänger aus Ton, oder wieder zur Wolle greifen und stricken, wie früher, wenn sich das Leben in die Stube zurückzog

47. Apfelmus aus Fallobst selbst einkochen

48. statt Kaffeetrinken einen Waldspaziergang vorschlagen

49. Kindern oder Enkeln zeigen, wie man aus Kastanien kleine Wesen zaubert

50. Selbstgemachtes verschenken, statt etwas Gekauftes einzupacken

51. eine Räucherrunde mit einer Freundin

52. ein Feuer in der Dämmerung, mit Freunden drumherum

53. Maroni rösten und gemeinsam essen. Anders als die Rosskastanien aus Punkt 34 sind Maroni, die essbaren Esskastanien, ein Genuss: Ritz die Schale über Kreuz ein, damit sie beim Rösten nicht platzen, dann ab damit für zwanzig Minuten in den Ofen. Der Duft allein holt schon alle in die Küche, und geschält, noch warm, schmecken sie für mich sehr nach Herbst.

54. gemeinsam kochen mit dem, was ihr draußen gefunden habt

55. ein Vogelhäuschen bauen, für die, die den Winter über bei uns bleiben

Fazit

Dieser Herbst gibt dir mehr, als du in einer Liste unterbringen kannst, einen Korb voller Kastanien, einen Sirup gegen den ersten Husten, einen Abend bei Kerzenschein. Und vielleicht mal eine ganz andere Sicht auf die Herbst-Bucketlist, mehr Naturwärts. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf diese dunkle, etwas mystische Zeit, die jetzt vor uns liegt. Lädt der Herbst doch ein, mal einen Gang zurückzuschalten und sich endlich wieder Zeit für „Kuscheliges“ zu nehmen. Und natürlich kannst du dir auch deinen Pumpkin Spice Latte gönnen 😉

Häufige Fragen zur naturverbundenen Herbst Bucketlist

Bitte beachte und lese meinen Disclaimer.

Was ist eine naturverbundene Herbst Bucketlist?

Eine naturverbundene Herbst Bucket List ist eine Ideenliste mit konkreten Aktivitäten, die dich bewusst mit dem Herbst in der Natur verbinden – vom Sammeln über Basteln und Räuchern bis zu Wildkräuterküche und kleinen Ritualen im Jahreskreis.
Im Gegensatz zu typischen „50 Dinge im Herbst“-Listen liegt der Fokus hier nicht auf Pumpkin Spice und Museum, sondern darauf, was Wald, Wiese und Küche jetzt hergeben, und wie du daraus eigene Produkte, Deko und Rituale machst.

Für wen ist diese Herbst Bucket List gedacht?

Diese Herbst Bucket List ist für alle, die den Herbst nicht nur „überstehen“, sondern aktiv mit Natur, Wildkräutern, Brauchtum und kleinen Ritualen gestalten wollen – allein, mit Familie oder Freund:innen.
Sie passt besonders gut, wenn du naturverbunden lebst, dich für Jahreskreisfeste, Räuchern und traditionelle Pflanzenverwendung interessierst und nach alltagstauglichen Ideen suchst, die sich ohne großen Aufwand umsetzen lassen.

Kann ich die Herbst Bucketlist auch mit Kindern machen?

Auf jeden Fall, viele Punkte sind ideal für Familien: Kastanien‑ und Eichelfiguren basteln, ein Naturmandala legen, Blätter pressen, ein Vogelhäuschen bauen oder gemeinsam ein Wildkräuteressen kochen.
Achte nur darauf, dass Kinder beim Sammeln keine geschützten Pflanzen pflücken, an dornigen Sträuchern (Hagebutte, Schlehe) vorsichtig sind und du bei Messer‑ oder Herdarbeit die nötigen Sicherheitsregeln beachtest.

Eignen sich die Ideen auch für den Spätherbst oder November?

Ja, viele Punkte funktionieren auch im Spätherbst, etwa das Sammeln von Kastanien, Eicheln, Zapfen und Blättern, das Basteln von Kränzen und Figuren, Räucherrituale, Dankbarkeits‑ und Ahnenarbeit sowie das Ansetzen von Hustensirup und Tees.
Wildkräuter sind im November oft schon weniger, aber je nach Region findest du noch Spitzwegerich, Giersch oder Löwenzahn; ansonsten kannst du auf getrocknete Vorräte aus dem Frühherbst zurückgreifen.

Was mache ich, wenn ich keine Zeit für 55 Ideen aus der Herbst Bucketlist habe?

Dann nutze die Liste als Ideenpool und nicht als Pflichtprogramm: Such dir drei Punkte aus, die dich am meisten ansprechen (z. B. „Kastanien sammeln“, „Hustensirup ansetzen“, „Dankbarkeitsritual zur Tagundnachtgleiche“) und konzentriere dich nur darauf.
Der Sinn der Herbst Bucket List ist nicht, alles abzuarbeiten, sondern dir Inseln der Achtsamkeit und Naturverbindung in deinen Alltag zu holen – auch mit wenig Zeit.

Brauche ich Vorkenntnisse in Räuchern oder Kräuterarbeit?

Nein, die meisten Ideen sind auch für Einsteiger:innen geeignet und so beschrieben, dass du sie ohne Vorwissen umsetzen kannst (z. B. einfaches Beifuß‑ und Schafgarben‑Räuchern, Hagebuttentee, Wildkräuteröl).
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, kannst du später gezielt in Richtung Räucherkurse, Wildkräuterkurse oder Jahreskreis‑Angebote weitermachen – die Bucket List ist bewusst als niedrigschwelliger Einstieg gedacht.

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