Wildkräuter sammeln im Herbst kann ich dir nur empfehlen. Tanke dich jetzt nochmal auf mit einer extra Portion Grün, voller Vitamine und Mineralstoffe, bevor es in die dunkle Jahreszeit geht. Denn im Oktober und auch, je nach Witterung, im November und sogar im Dezember wachsen auf Wiesen und am Waldrand, vielleicht sogar in deinem Garten, noch erstaunlich viele Wildpflanzen, die du essen kannst.
Nach dem heißen, trockenen Sommer und dem Regen im September sind bei uns nochmal viele Wildkräuter frisch ausgetrieben, die ich jetzt immer noch nutze. In diesem Artikel stelle ich dir neun Wildkräuter vor, die du jetzt noch finden, ernten und in der Küche verwenden kannst, dazu Rezepte, die du einfach umsetzen kannst.
Darum geht es in diesem Artikel:
- Welche neun Wildkräuter im Oktober noch zu finden sind
- Woran du jede Pflanze erkennst und mit welchen Pflanzen sie verwechselt wird
- Welche Teile jetzt am besten sind: Blatt, Samen oder Wurzel
- Wie die Kräuter schmecken und wofür sie sich in der Küche eignen
- Worauf du beim Wildkräuter sammeln im Herbst achten solltest
- Welche Rezepte sich für deine Ernte anbieten
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Welche Wildkräuter kannst du im Oktober noch sammeln?
Im Oktober findest du unter anderem noch Gundermann, Löwenzahn, Brennnessel, Schafgarbe, Vogelmiere, Labkraut, Spitzwegerich, Giersch und Taubnessel. Wildkräuter sammeln im Herbst lohnt sich auch deshalb, weil viele Pflanzen ihre Reserven jetzt in die Wurzel oder in die Samen verlagern, andere bleiben grün, bis der erste Schnee sie bedeckt.
| Pflanze | Das kannst du im Oktober ernten | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Gundermann | Blätter und Triebspitzen | Salat, Suppe, Tee, auch süße Speisen |
| Löwenzahn | Wurzel und junge Blätter | Wurzel für Kaffeeersatz, Blätter für Salat |
| Brennnessel | reife Samen und Blätter | Samen als Topping, Blätter gegart wie Spinat |
| Schafgarbe | Blätter und Blüten | Blätter gehackt in Suppen, Blüten als Würze |
| Vogelmiere | Blätter und Triebe | Salat, Suppe, Pesto |
| Labkraut | Samen und Kraut | Samen geröstet, Kraut als Tee |
| Spitzwegerich | Blätter | Salat, Suppe, Tee |
| Giersch | junge, nachgewachsene Blätter | Salat, gedünstet wie Spinat, Füllungen |
| Taubnessel | Blätter, Triebspitzen und Blüten | Salat, Suppe, Tee |
Worauf solltest du achten beim Wildkräuter sammeln im Herbst?
Sammle nur, was du zweifelsfrei erkennst, und schau dir im Zweifel jede Pflanze zuerst in Ruhe mit einem Bestimmungsbuch* an, bevor sie im Korb landet. Meide stark befahrene Straßen, gedüngte Wiesen, Gassiwege und Industriegebiete und nimm von jeder Stelle nur so viel mit, dass man dem Platz hinterher nicht ansieht, dass jemand dort geerntet hat. In Naturschutzgebieten bleibt das Sammeln tabu. Wenn möglich, sammle an einem sonnigen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist.

Gundermann im Oktober: Erkennen, Geschmack und Verwendung
Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe genannt, kriecht mit langen Ausläufern über den Boden und breitet sich in Wiesen, Gärten und an Waldrändern zu dichten Teppichen aus. Du erkennst ihn an den vierkantigen Stängeln, den rundlich-nierenförmigen, am Rand gekerbten Blättern und am würzigen Duft, der beim Zerreiben aufsteigt – ich liebe diesen Duft. Im Oktober ist er häufig noch frisch grün und bleibt es mancherorts sogar unter einer Schneedecke, sodass du ihn auch dann noch ernten kannst, wenn andere Kräuter längst verschwunden sind.
Er schmeckt eher herb und ist nicht jedermanns Sache. Für mich hat er etwas Minzig-Würziges. Jetzt im Herbst sind die Blätter deutlich „grober“ und auch etwas bitterer als im Frühling, weshalb schon einige junge Triebspitzen genügen. Er passt in Salate, Suppen und Tee und lässt sich sogar in süßen Speisen verwenden.
Süße Gundermann-Schokoblätter
Zutaten
- ein paar größere Gundermannblätter, gerne mit dem kleinen Stiel
- dunkle Kuvertüre
Zubereitung
- Gundermannblätter waschen und gut abtrocknen.
- Die Kuvertüre sanft im Wasserbad schmelzen.
- Die Blätter in die flüssige Schokolade tauchen.
- Etwas abtropfen lassen.
- Auf Backpapier trocknen lassen.
Eine herb-süße Leckerei, die du einfach so naschen kannst.
Löwenzahn im Oktober sammeln: Wurzel, Blätter und Verwendung
Löwenzahn (Taraxacum officinale) wächst das ganze Jahr, doch im Herbst (oder auch im zeitigen Frühjahr) gehört die Aufmerksamkeit der Pfahlwurzel, in der die Pflanze jetzt ihre Reserven einlagert. Volksheilkundlich unterstützt der Löwenzahn die Leber und wird vor allem im Frühling zur Entgiftung des Körpers eingesetzt. Jetzt im Herbst kannst du noch frisch ausgetriebene Blätter, aber vor allem auch die Wurzeln sammeln. Für die Ernte lockerst du den Boden mit einer Grabgabel rund um die Pflanze, ziehst die Wurzel heraus und drückst das Loch anschließend wieder zu. Früher hat man aus getrockneter Löwenzahnwurzel einen Ersatz für den teuren Bohnenkaffee hergestellt.
Die Blätter findest du ebenfalls noch, wobei die jungen in der Mitte der Rosette milder schmecken als die äußeren. Wie alle Bitterpflanzen enthält Löwenzahn Bitterstoffe, denen die Erfahrungsheilkunde eine verdauungsfördernde Wirkung nachsagt. Wenn du Probleme mit der Galle hast, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Löwenzahnblätter esse ich aktuell roh, direkt von der Wiese, wenn ich beim Spazierengehen welche finde. Auch kleingeschnitten im Salat kannst du sie verwenden.

Brennnessel im Oktober: Sind die Samen jetzt reif?
Die Große Brennnessel (Urtica dioica) wächst an nährstoffreichen Stellen wie Waldrändern, Wiesen und Weiden, und im Oktober trägt sie an den weiblichen Pflanzen lange, hängende Samenstände. Sobald diese sich bräunlich färben, sind die Samen reif. Zum Ernten ziehst du am besten Handschuhe an. Schneide ca. 15 – 20 cm der Brennnesseltriebe ab und lasse sie trocknen. Ich gebe die Triebe dazu in ein grobes Sieb und dieses hänge ich über eine große Schüssel. Jeden Tag wende ich die Brennnesseln darin und durch das Trocknen fallen die Samen durch das Sieb in die Schüssel. Die restlichen getrockneten Blätter und Stiele gebe ich den Pferden, auch Tiere freuen sich über diese gesunde Heilpflanze.
Die Samen schmecken nussig und passen als Topping auf Brot, Salat oder Suppen. Die Blätter findest du das ganze Jahr, und gegart erinnern sie im Geschmack an Spinat, nur aromatischer. Überbrühst du sie kurz, verlieren sie außerdem ihre Brennhaare.
Kleiner Tipp: Wenn du die Brennnessel von unten nach oben anfasst, wie oben am Bild zu sehen, brennt sie nicht, zumindest meistens nicht ;-).
Brennnesselchips
Wenn du eher große Brennnesselblätter findest, kannst du dir daraus leckere Chips machen.
Zutaten
- große Brennnesselblätter
- Öl zum Frittieren
- wenig gutes Meersalz
Zubereitung
- Öl in einem Topf erhitzen.
- Die Blätter hineingeben und frittieren.
- Nach kurzer Zeit mit einer Gabel oder Küchenzange aus dem heißen Fett holen.
- Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
- Mit wenig Meersalz bestreuen.
Tipp: Wir haben das schon direkt über dem Feuer draußen gemacht.
Schafgarbe im Oktober: Wie erkennst du sie sicher?
Die Schafgarbe (Achillea millefolium) blüht je nach Standort bis in den Oktober hinein und wächst gern an sonnigen, trockenen Stellen wie Wegrändern und Wiesen. Der Artname millefolium bedeutet „tausend Blatt“ und beschreibt die mehrfach fein gefiederten Blätter, die beim Zerreiben herb-aromatisch riechen. Der Gattungsname Achillea geht auf Achilles zurück, der sie der Überlieferung nach zur Versorgung von Wunden genutzt haben soll. Es heißt, dass Wildtiere die Schafgarbe suchen und sich darin wälzen, wenn sie Verletzungen haben.
Die Schafgarbe ist ein Korbblütler, doch ihre weißen, schirmartigen Blütenstände ähneln auf den ersten Blick denen giftiger Doldenblütler, etwa dem Gefleckten Schierling. Entscheidend sind Blatt und Stängel: Die Schafgarbe hat fein zerteilte, wechselständige Blätter und einen behaarten Stängel, der Schierling dagegen einen kahlen, hohlen Stängel mit roten Flecken und einen unangenehmen Geruch, der an Mäuseurin erinnert. Wenn du dir unsicher bist, lass die Pflanze besser stehen.
Jetzt treiben nochmal feine Blätter der Schafgarbe aus, diese kannst du bis in den Oktober fein gehackt in Suppen oder über den Salat geben. Vor dem Reinheitsgebot wurde Schafgarbe und auch Gundermann sogar zum Würzen von Bier verwendet. Ihre Bitterstoffe stehen in dem Ruf, die Verdauung anzuregen. Wer schwanger ist oder auf Korbblütler allergisch reagiert, lässt sie besser weg.
Im Alpenraum sagt man, wenn man täglich mehrere Blätter und Blüten der Schafgarbe isst, führt man dem Körper alle 12 Schüsslersalze zu. Belegt ist das nicht, doch ich esse gerne diese bitteren Blätter direkt von der Pflanze. Auch als Tee kannst du sie jetzt in der kalten Jahreszeit genießen, dazu übergieße einen gut gehäuften Teelöffel vom Schafgarbenkraut mit 150 ml heißem Wasser. Du kannst bis zu drei Tassen pro Tag trinken. Wie alle Heilpflanzen sollte man diese nur max. 3 bis 4 Wochen am Stück nehmen und dann pausieren.

Vogelmiere im Oktober: Wie lange kannst du sie noch ernten?
Vogelmiere (Stellaria media) lässt sich sogar bis in den Winter ernten, solange es nicht stark friert bzw. alles zugeschneit ist. Sie bildet weiche, hellgrüne Polster mit kleinen eiförmigen Blättern und winzigen weißen Sternblüten, und als sicheres Erkennungszeichen trägt der Stängel einen Haarstreifen, der jeweils nur auf einer Seite verläuft. Der Acker-Gauchheil sieht ihr ähnlich, hat aber orangerote bis rote Blüten, keinen Haarstreifen und gilt als giftig.
Geschmacklich ist die Vogelmiere mild, erbsenartig bis leicht nussig, und deshalb ein guter Einstieg in die Wildkräuterküche. Du gibst sie am besten erst kurz vor dem Servieren in Salate oder Suppen, und als Pesto funktioniert sie ebenfalls.
Vogelmiere gib am besten in den Salat, hier gibt es kein „zu viel“, denn sie schmeckt wirklich lecker.
Labkraut im Oktober: Was kannst du davon noch sammeln?
Du findest jetzt vor allem das Wiesenlabkraut (auf dem Foto), aber auch das Kletten-Labkraut (Galium aparine), das sich mit seinen feinen Haken an Kleidung und Fell festklebt. Das Kletten-Labkraut erkennst du an den schmalen, in Quirlen um den vierkantigen Stängel angeordneten Blättern und an genau diesen Häkchen, die dem Stängel eine raue Oberfläche geben. Das Wiesenlabkraut hat diese feinen Häkchen nicht. Der Name geht auf die Überlieferung zurück, dass Labkraut Milch zum Gerinnen bringt, und früher wurde das Kraut in der Käseherstellung verwendet.
Im Spätsommer stehen vor allem die Samen des Klettenlabkrauts im Mittelpunkt, die du rösten und mahlen kannst, was an Kaffee erinnert, und tatsächlich gehört das Labkraut wie die Kaffeepflanze zu den Rötegewächsen. Das Kraut lässt sich getrocknet als Tee aufbrühen, und in der Volksheilkunde sagt man dem Labkraut eine beruhigende Wirkung nach.
Labkraut-Wasser
Zutaten
- etwas Labkraut
- 1 Glas gutes Wasser
- optional ein Spritzer Zitrone oder etwas Apfelsaft
Zubereitung
- Das Labkraut in das Glas Wasser geben.
- Mindestens 1 Stunde ziehen lassen.
- Nach Wunsch mit einem Spritzer Zitrone oder etwas Apfelsaft abrunden.
So bekommt mein Wasser einen feinen Geschmack, und fertig ist ein toller Durstlöscher.
Spitzwegerich im Herbst: Welche Blätter sind noch gut?
Spitzwegerich (Plantago lanceolata) wächst von Frühling bis in den Herbst auf Wiesen, an Wegrändern und auf Äckern. Die Blätter bilden eine Rosette, sind lang und schmal wie eine Lanzenspitze und werden von drei bis fünf parallelen Längsnerven durchzogen, und über der Rosette stehen auf langen Stielen die braunen, walzenförmigen Blütenähren. Die Samen von Spitzwegerich, aber vor allem vom Breitwegerich kannst du sammeln und trocknen. Sie sind heimisches Superfood, doch dazu mehr in einem anderen Artikel.
Im Oktober greifst du am besten zu den jungen, zarten Blättern aus der Mitte der Rosette, weil die äußeren oft fasriger sind. Sie schmecken leicht pilzartig und passen in Salate, Suppen und Tee. In der Volksheilkunde gilt der Spitzwegerich seit langem als Kraut bei Husten und Atemwegsbeschwerden. Wie du ein Spray aus Spitzwegerich herstellst, kannst du im Beitrag zu meinen 4 Tipps bei Erkältung nachlesen.
Roggenbrot mit Spitzwegerich
Zutaten
- (selbstgebackenes) Roggenbrot
- Pflanzenmargarine oder Frischkäse
- junge Spitzwegerichblätter
- Salz und Pfeffer, wenn du magst
Zubereitung
- Das Brot mit Pflanzenmargarine oder Frischkäse bestreichen.
- Die Spitzwegerichblätter ganz fein schneiden und aufstreuen.
- Nach Wunsch mit Salz und Pfeffer würzen.
Schon hast du ein gesundes Abendbrot.

Giersch im Oktober sammeln: So erkennst du ihn sicher
Giersch (Aegopodium podagraria) gilt in vielen Gärten als Plage, weil er sich über unterirdische Ausläufer hartnäckig ausbreitet, und genau deshalb liefert er dir auch im Oktober noch reichlich Erntegut. Er gehört zu den Doldenblütlern, und was du zum Erkennen brauchst, steckt in einem alten Merkspruch: „Drei – drei – drei – bist beim Giersch dabei.“
- Dreikantiger Stängel: Der Stängel ist hohl und im Querschnitt dreikantig, und wenn du ihn zwischen den Fingern rollst, spürst du die Kanten.
- Dreigeteilte Blätter: Vom Hauptstiel gehen drei Blattgruppen ab.
- Nochmals dreigeteilt: Jede dieser Blattgruppen teilt sich wiederum in drei Fiedern, deren Rand gesägt oder gekerbt ist.
Weil Giersch selbst ein Doldenblütler ist, liegt die Verwechslungsgefahr bei giftigen Verwandten, allen voran beim Gefleckten Schierling. Dieser hat einen runden, rot gefleckten Stängel, der Giersch dagegen einen dreikantigen mit einer Rille, und zerriebene Gierschblätter riechen würzig nach Möhre und Petersilie. Im Herbst greifst du zu den jungen, zarten Blättern, die du roh im Wildkräutersalat verwenden oder wie Spinat dünsten kannst, etwa als Füllung für Quiches, herzhafte Crêpes und Aufläufe.
Giersch-Pesto
Zutaten
- 1 kleines Glas (150 ml) voll grob zerkleinerter Giersch
- Pinienkerne oder andere Samen oder Nüsse, etwa ein Drittel bis die Hälfte des Glases (Walnüsse passen auch)
- 1 Knoblauchzehe
- ein guter Schuss Olivenöl
- ein Spritzer Zitronensaft
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Das Glas mit dem grob zerkleinerten Giersch bis oben füllen, leicht andrücken, aber nicht quetschen.
- Den Giersch in einen Mixer* geben.
- Nüsse oder Samen dazugeben.
- Knoblauchzehe, Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer hinzufügen.
- Mixen, grob oder fein, wie du magst.
Passt zu Nudeln, Suppe und Kartoffeln, in Salatsoße oder aufs Brot. Nimm gerne ein größeres Glas, wenn du mehr Pesto herstellen möchtest.
Taubnessel im Oktober: Brennt sie wirklich nicht?
Die Taubnessel (Lamium) sieht der Brennnessel zum Verwechseln ähnlich, hat aber keine Brennhaare, und daher kommt auch ihr Name. Bei uns wachsen vor allem die Weiße Taubnessel (Lamium album) und die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum), die du an Wegrändern, Hecken und in Gärten findest und die häufig noch bis in den Herbst blühen. Die Gelbe Taubnessel (Lamium galeobdolon), auch Goldnessel genannt, wächst eher im Wald und an Waldrändern, ihre gelben Blüten zeigen sich im Frühling, die Blätter findest du im Oktober aber noch. Du erkennst alle drei am vierkantigen Stängel, an den gegenständigen, weich behaarten Blättern und an den Lippenblüten, die in Quirlen um den Stängel sitzen.
Gesammelt werden die jungen Blätter und Triebspitzen, die du roh in Salaten oder gedünstet in Suppen verwenden kannst. Die Blüten kannst du ebenfalls essen. In der Volksheilkunde gilt die Weiße Taubnessel seit langem als Frauenkraut, das man als Tee trinkt.
Kräuterfrischkäse mit Taubnessel
Taubnesselblätter kannst du mit weiteren Wildkräutern, die du im Oktober noch findest, zu einem Kräuterfrischkäse verarbeiten.
Zutaten
- Taubnesselblätter und junge Triebspitzen
- weitere Wildkräuter, zum Beispiel Vogelmiere, Giersch, junge Spitzwegerichblätter und ein paar Triebspitzen Gundermann (sparsam, im Herbst recht bitter)
- veganer Frischkäse
- ein wenig Zitronensaft
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Die Kräuter waschen und fein schneiden.
- Mit dem veganen Frischkäse vermischen.
- Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
Ein leckerer Dip zu den Brennnesselchips, aber auch zu Pellkartoffeln oder einfach aufs Brot.
Fazit
Schmackhafte, gesunde und essbare Pflanzen findest du nicht nur im Frühling, denn Wildkräuter sammeln im Herbst ist ebenso möglich: Auch jetzt treiben sie oft nochmal aus, und du kannst Gundermann, Giersch, Vogelmiere, Brennnessel und viele weitere oft bis in den Winter sammeln. Und egal ob du sie roh isst, zum Salat gibst, in Suppe oder zu Pesto verarbeitest, wildes Grün bringt nicht nur Abwechslung auf den Tisch, sondern auch eine gute Portion Vitamine und Mineralstoffe.
FAQ – Wildkräuter sammeln im Herbst
Bitte beachte und lese meinen Disclaimer.
Welche Wildkräuter kann man im Herbst noch sammeln?
Im Oktober kannst du unter anderem noch Gundermann, Löwenzahn, Brennnessel, Schafgarbe, Vogelmiere, Labkraut, Spitzwegerich, Giersch und Taubnessel sammeln. Je nach Witterung bleiben viele dieser Pflanzen bis in den November oder Dezember grün.
Kann man im Herbst noch Brennnesseln ernten?
Ja. Im Oktober findest du meist noch Brennnesselblätter, an weiblichen Pflanzen häufig auch reife Samenstände. Die Samen sind reif, sobald sie bräunlich werden; die Blätter kannst du nach kurzem Überbrühen oder Erhitzen wie Spinat verwenden.
Welche Wildkräuter wachsen bis in den Winter?
Gundermann, Vogelmiere, Spitzwegerich, Löwenzahn und manche Taubnesselarten können je nach Region und Witterung bis in den Winter grün bleiben. Bei Frost oder Schnee wird die Ernte allerdings deutlich schwieriger.
Woran erkennt man Giersch sicher?
Giersch hat einen hohlen, dreikantigen Stängel, dreigeteilte Blätter und erneut dreigeteilte Blattabschnitte. „Drei – drei – drei – bist beim Giersch dabei“ sagt eine Sprichwort. Zerriebene Blätter riechen würzig nach Möhre und Petersilie. Der giftige Gefleckte Schierling hat dagegen einen runden, rot gefleckten Stängel.
Kann man Löwenzahn im Oktober noch sammeln?
Ja. Im Oktober sind vor allem die Wurzeln interessant, weil die Pflanze Reserven darin einlagert. Auch junge Blätter aus der Mitte der Rosette sind oft noch verwendbar, während ältere äußere Blätter bitterer und derber sein können.
Worauf sollte man beim Wildkräutersammeln im Herbst achten?
Sammle nur Pflanzen, die du zweifelsfrei bestimmen kannst. Achte auf saubere Standorte, ernte nicht ganze Bestände ab und vermeide Pflanzen direkt an Straßen oder auf gedüngten Flächen. Bei Giersch und anderen Doldenblütlern ist eine sichere Bestimmung besonders wichtig.
Welche Wildkräuter eignen sich für Pesto?
Besonders gut eignen sich Giersch, Vogelmiere, Taubnessel, junge Spitzwegerichblätter und Gundermann. Gundermann schmeckt im Herbst kräftiger und bitterer, daher solltest du ihn nur in kleinen Mengen untermischen.
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