Parfum selber machen ist einfacher als du denkst – du brauchst dafür weder ein Labor noch eine lange Liste unaussprechlicher Inhaltsstoffe, sondern nur ein paar ätherische Öle, eine passende Grundlage wie Alkohol oder Öl und ein bisschen Lust am Ausprobieren. Genau darum geht es hier: wie du dir einen Duft mischst, der wirklich zu dir passt – flüssig als Roll-on oder Spray, fest als kleiner Tiegel für die Handtasche.
So ein selbstgemachtes Parfum ist auch ein perfektes, sehr individuelles und persönliches Weihnachtsgeschenk. Hier habe ich 10 Winterduft Mischungen für dich zusammengestellt.
Darum geht es in diesem Artikel:
- Was du für dein eigenes Parfum wirklich brauchst
- Wie du aus Kopf-, Herz- und Basisnote deinen Duft aufbaust
- Die einfachen Anleitungen für Roll-on- und Sprühparfum – auch in 30 ml und 50 ml
- Festes Parfum aus Wachs und Fett selber machen
- Worauf du bei ätherischen Ölen auf der Haut wirklich achten musst
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Parfum selber machen lohnt sich
Die meisten Parfums, die im Drogeriemarkt oder in der Parfümerie stehen, bestehen aus einer langen Liste synthetischer Duftstoffe – nicht, weil natürliche Rohstoffe nicht funktionieren würden, sondern weil sie schlicht teuer und aufwändig in der Herstellung sind. Für ein einziges Kilo Rosen- oder Jasminöl braucht es teils über tausend Kilo Blütenblätter, und das hat seinen Preis. Synthetische Duftstoffe lassen sich dagegen beliebig günstig nachbauen – nur eben ohne die Tiefe und die Wirkung, die ein echtes ätherisches Öl auf der Haut zeigt.
Ganz ehrlich, von den Parfums, die es überall zu kaufen gibt, bekomme ich mittlerweile Kopfschmerzen. Und außerdem macht es auch riesigen Spaß, eigene Düfte zu kreieren. Ich bin ja ein großer Fan von Patchouli, aber ein wirklich gut riechendes Parfum hab ich noch nicht gefunden. Zum Glück, denn dadurch mache ich seit Jahren meine Parfums nur noch selbst.
Und was alles in einem Parfum steckt, siehst du nicht auf den ersten Blick. Der Begriff „Parfum“ oder „Fragrance“ auf der Zutatenliste ist ein Sammelbegriff für eine ganze Duftkomposition aus vielen Einzelstoffen, die nicht alle einzeln aufgeführt werden müssen. Das heißt nicht, dass in jedem gekauften Parfum automatisch Phthalate, Moschusverbindungen oder Formaldehyd-Abspalter stecken – aber ausgeschlossen ist es auch nicht. Ich verlinke dir hier ein Video: Parfum kaufen – wie gefährlich sind die Inhaltsstoffe für uns und die Umwelt? wenn du dich näher mit dem Thema beschäftigen möchtest. Ich finde es schon krass, was wir uns da so auf die Haut sprühen…
Wenn du deinen Duft selbst mischst, kannst du die Rohstoffe dagegen gezielt auswählen und weißt genau, was drin ist. Naturrein heißt dabei allerdings nicht automatisch risikofrei – auch ätherische Öle können reizen oder empfindlich machen, wenn man sie falsch dosiert. Dazu weiter unten mehr.
Wie ich angefangen habe, mein Parfum selber zu machen
Früher war ich Stammkundin in einem großen Drogeriemarkt – jedes neue Shampoo, Duschgel, Deo und Parfum war meins, ohne dass ich mir groß Gedanken gemacht habe, was eigentlich drin steckt. Vor etwa fünfzehn Jahren habe ich angefangen, mit ätherischen Ölen zu experimentieren, und irgendwann meine Parfums nur noch selbst gemischt, statt sie zu kaufen. Seitdem weiß ich bei jedem Fläschchen genau, was ich mir da auf die Haut hole, und das macht bis heute unglaublich Spaß. Heute habe ich zu jeder Jahreszeit meinen eigenen, ganz persönlichen Duft.
Lass uns mal direkt in die Praxis einsteigen:
Was du für dein eigenes Parfum brauchst
Für dein erstes selbst gemachtes Parfum brauchst du nicht viel – und du musst dir nicht gleich eine riesige Sammlung ätherischer Öle zulegen. Wähle lieber zunächst etwa fünf Öle aus, die dir wirklich gefallen, und achte dabei auf eine gute Qualität. Ich selbst habe mir zwar im Laufe der Jahre fast 100 ätherische Öle angesammelt, weil diese jeden Tag zum Einsatz kommen :-), aber so viele brauchst du natürlich nicht, wenn du dein eigenes Parfum herstellen möchtest.
Trägerbasis: Öl oder Alkohol?
Es gibt zwei klassische Grundlagen. Ein hochprozentiger, möglichst neutraler Alkohol löst die Öle gut und verflüchtigt sich nach dem Auftragen relativ schnell, braucht dafür aber ein paar Wochen Reifezeit, bis sich die Duftnoten wirklich verbunden haben. Du kannst hier bspw. Wodka oder Doppelkorn verwenden, also einen klaren Alkohol ohne Eigengeruch um die 40%. Alternativ, aber teurer, geht auch Primasprit oder hochprozentiger Weingeist.
Oder ein Trägeröl wie Jojobaöl. Es verbindet sich mit den ätherischen Ölen fast sofort, bleibt länger auf der Haut und kann sie auch ein wenig zusätzlich pflegen – und genau deshalb ist es meine Empfehlung, wenn du wirklich einfach und ohne lange Wartezeit loslegen willst. Jojobaöl ist außerdem geruchsneutral und hält sich ungewöhnlich lange, ohne ranzig zu werden. Das liegt daran, dass es genau genommen gar kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs ist – und Wachs oxidiert deutlich langsamer als die fetten Öle, die sonst als Trägerbasis dienen.

Hochwertige Ätherische Öle statt billige Duftöl
Ein günstiges Duftöl aus der Duftlampen-Ecke gehört NICHT auf die Haut. Für ein Parfum brauchst du naturreine ätherische Öle, am besten in Bioqualität, die ausdrücklich für die Hautanwendung geeignet sind – schau dabei auf die Herkunft und das Gewinnungsverfahren, nicht nur auf den Preis. Achte auf den botanischen Namen, die Herkunft und das Gewinnungsverfahren und kaufe möglichst bei Anbietern, die transparente Angaben zur Qualität und Anwendung machen.
Ein künstliches Duftöl aus der Duftlampen- oder Bastelabteilung gehört dagegen nicht auf die Haut. Es ist für Raumduft, Duftlampen oder Kerzen gedacht und wurde nicht für ein Hautparfum hergestellt.
Ebenso verwende ich persönlich auch keine Parfumöle, die zwar zur Herstellung von Parfum zugelassen sind, aber eben auch synthetisch hergestellt werden und für mein Empfinden nichts auf meiner Haut zu suchen haben.
Ich kann dir diese zertifizierten ätherischen Öle* von Heldengrün oder die Öle von Oshadi* sehr empfehlen, ich habe selbst einige davon im täglichen Gebrauch.
Wie viel Duft verträgt dein Parfum? Die richtige Konzentration
Bevor es an die Rezepte geht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Konzentration – also wie viel ätherisches Öl im Verhältnis zur Gesamtmenge sinnvoll ist. Das hängt vor allem davon ab, welche Art Parfum du herstellst und wie du es aufträgst:
| Produkt | Praktischer Einstiegsbereich |
|---|---|
| Roll-on mit Jojobaöl | etwa 5 – 10% |
| Festes Parfum | etwa 5 – 10% |
| Alkoholparfum | etwa 5 – 15% |
| Großflächiges Körperspray | etwa 3 – 5% |
Wenn du schon Erfahrung mit ätherischen Ölen hast, kannst du natürlich auf eigene Verantwortung die Konzentration auch erhöhen. Entscheidend ist aber immer die „zulässige Höchstmenge“ des einzelnen ätherischen Öls – nicht nur die Gesamtmenge der Mischung. Zimt- oder Nelkenöl ist stärker als bspw. Lavendelöl, gleich mehr dazu.
Die Tropfenzahlen sind grobe Richtwerte. Ätherische Öle haben je nach Viskosität und Tropfer unterschiedlich große Tropfen. Wenn du es ganz genau haben willst, musst du die Öle mit einer Feinwaage* abwiegen.
Die Konzentration für dein Spray:
| Flaschengröße | 10 % Konzentration | 15 % Konzentration |
|---|---|---|
| 10 ml | 1,0 ml / ca. 20 Tropfen | 1,5 ml / ca. 30 Tropfen |
| 30 ml | 3,0 ml / ca. 60 Tropfen | 4,5 ml / ca. 90 Tropfen |
| 50 ml | 5,0 ml / ca. 100 Tropfen | 7,5 ml / ca. 150 Tropfen |
Der Roll-on und das feste Parfum in diesem Beitrag sind auf ca. 10 Prozent ätherische Öle ausgelegt, die Alkoholparfums auf ca. 15 Prozent – das entspricht in etwa einem Eau de Parfum. Bitte taste dich trotzdem langsam ran, wenn du noch wenig Erfahrung mit ätherischen Ölen hast: viel hilft nicht immer viel. Und unabhängig von der Gesamtkonzentration gilt für einzelne Öle wie Zimt, Nelke oder kaltgepresste Zitrusöle immer ihre eigene, deutlich niedrigere Obergrenze, dazu gleich mehr.
Parfum selber machen – die einfache Roll-on-Anleitung
Kopfnote, Herznote, Basisnote – so baust du deinen Duft auf
Ein Parfum, das wirklich rund wirkt, baut sich aus drei Ebenen auf, die nacheinander auf der Haut zum Vorschein kommen und ihren Duft entfalten.
Die Kopfnote ist der erste Eindruck – leicht, flüchtig, meist innerhalb weniger Minuten wieder verflogen. Dazu gehören Orange, Zitrone, Grapefruit, Bergamotte oder Pfefferminze.
Die Herznote kommt danach und bildet den eigentlichen Charakter des Duftes – Lavendel, Rosengeranie, Weihrauch, Kamille oder Ylang-Ylang zum Beispiel.
Die Basisnote bleibt am längsten und macht einen Duft warm und tief – Sandelholz, Zedernholz, Vetiver, Patchouli oder Harzöle wie Benzoe oder auch Myrrhe, die du vielleicht schon aus deiner Räucherschale kennst.
Für ein ausgewogenes Parfum orientierst du dich grob an etwa:
- 30 Prozent Basisnote
- 50 Prozent Herznote
- 20 Prozent Kopfnote
Vier bis sechs gut aufeinander abgestimmte Öle wirken meist stimmiger als eine Mischung aus zwölf verschiedenen Duftnoten, bei der sich am Ende nichts mehr richtig entfalten kann.
Ich habe dir ein kleines A4-PDF mit 60 ätherische Öle nach Kopf-, Herz- und Basisnotezusammengestellt. Du kannst es dir hier kostenlos ohne Anmeldung runterladen🤗. In den folgenden Tabellen findest du einige passende Öle:
Kopfnoten
| Ätherisches Öl | Duftcharakter |
| Bergamotte | Frisch, zitrisch, leicht blumig und elegant |
| Grapefruit | Herb-frisch, spritzig und leicht bitter |
| Zitrone | Klar, hell und spritzig |
| Süßorange | Weich, süß, sonnig und unkompliziert |
| Mandarine | Süß, sanft, fruchtig und weich |
| Eukalyptus | Kühl, klar und kampferartig |
| Rosmarin | Krautig, klar und leicht kampferartig |
| Fichtennadel | Grün, harzig und waldig |
| Wacholderbeere | Trocken, grün, harzig und leicht pfeffrig |
Herznoten
| Ätherisches Öl | Duftcharakter |
| Lavendel | Krautig, sauber, blumig und leicht balsamisch |
| Rosengeranie | Rosig, grün, frisch und leicht herb |
| Ylang-Ylang | Üppig, blumig, süß und exotisch |
| Jasmin | Intensiv blumig, süß und sinnlich |
| Rose | Blumig, weich, romantisch und fein |
| Römische Kamille | Apfelig, krautig, weich und leicht süß |
| Muskatellersalbei | Warm, krautig, leicht nussig und balsamisch |
| Myrte | Grün, frisch, krautig und leicht eukalyptusartig |
| Zypresse | Trocken, grün, holzig und klar |
Basisnoten
| Ätherisches Öl | Duftcharakter |
| Sandelholz | Weich, cremig, warm und holzig |
| Zedernholz | Trocken, klar, holzig und leicht rauchig |
| Patchouli | Erdig, dunkel, moosig, warm und leicht süß |
| Vetiver | Trocken, erdig, rauchig, wurzelig und leicht bitter |
| Myrrhe | Harzig, balsamisch, herb und warm |
| Benzoe | Süß, vanillig, balsamisch und weich |
| Amyris | Weich, trocken, holzig und leicht balsamisch |
| Angelikawurzel | Erdig, grün, würzig und leicht moschusartig |
| Narde | Erdig, warm, holzig und schwer |
Schritt für Schritt zu deinem Roll-on-Parfum
So skalierst du dein Roll-on-Parfum auf die Flaschengröße, die du gerade brauchst – das Verhältnis von Trägeröl zu ätherischen Ölen bleibt dabei gleich. Mein Favorit ist hier das 10ml Fläschchen:
| Zutat | 10 ml | 30 ml | 50 ml |
|---|---|---|---|
| Jojobaöl* (Trägerbasis) | ca. 9 ml | ca. 27 ml | ca. 45 ml |
| Ätherische Öle insgesamt | 20 Tropfen (10 %) | 60 Tropfen (10 %) | 100 Tropfen (10 %) |
| Roll-on-Fläschchen* | 10 ml | 30 ml | 50 ml |
Wenn du schon viel Erfahrung hast, kannst du bei unproblematischen Ölen auch bis auf etwa 25 Tropfen für 10 ml (rund 12,5 Prozent) hochgehen.
So gehst du vor:
- Fülle das Jojobaöl in dein Roll-on-Fläschchen, so dass noch Luft für die ätherischen Öle bleibt.
- Gib deine ätherischen Öle nacheinander dazu – erst die Basisnote, dann die Herznote, zuletzt die Kopfnote.
- Roll-on-Aufsatz aufsetzen, Fläschchen leicht schwenken, fertig.
Anders als beim Alkoholparfum brauchst du hier keine Wochen Geduld – dein Duft ist im Grunde sofort einsatzbereit, entwickelt sich aber noch ein, zwei Tage weiter, während sich die Öle vollständig im Jojobaöl verteilen.
Ürigens, so ein selbstgemachter Parfum Roll-on ist auch eine schöne Idee für den selbstgemachten Adventskalender – klein, persönlich und genau richtig für ein Türchen.
Parfum selber machen – mit Alkohol zum Sprühen, die klassische Variante
Wenn du dich für die klassische Sprühvariante entscheidest, statt für den Roll-on, brauchst du etwas mehr Geduld, bekommst dafür aber den vertrauten Parfum-Sprüh-Moment und eine Duftentwicklung, die sich noch einmal anders anfühlt als bei der Öl-Version. Hier verwende ich am liebsten 50ml Zerstäuber*.
| Zutat | 10 ml | 30 ml | 50 ml |
|---|---|---|---|
| Alkohol (Weingeist, Wodka hochprozentig) | ca. 8 ml | ca. 25 ml | ca. 42 ml |
| Ätherische Öle insgesamt | 30 Tropfen (15 %) | 90 Tropfen (15 %) | 150 Tropfen (15 %) |
| Sprühfläschchen | 10 ml | 30 ml | 50 ml |
So gehst du vor:
- Gib den Alkohol in dein sauberes, dunkles Fläschchen.
- Füge deine ätherischen Öle hinzu – erst die Basisnote, dann die Herznote, zuletzt die Kopfnote.
- Fläschchen verschließen und vorsichtig schwenken.
Und jetzt der Teil, der Geduld braucht: Lass dein Parfum mindestens ein paar Tage, besser zwei bis vier Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ruhen. In dieser Zeit verbinden sich die Duftnoten miteinander, und der anfangs etwas scharfe Alkoholgeruch tritt zurück. Zwischendurch darfst du ruhig immer wieder daran riechen – so bekommst du ein Gefühl dafür, wie sich dein Duft entwickelt. Und schüttel dein Fläschchen auch gerne mehrmals.
Ob Alkohol oder Öl am Ende dein Ding ist, ist Geschmackssache: Alkohol verdunstet schneller und gibt dir diesen klassischen Sprüh-Effekt, Öl bleibt länger auf der Haut liegen und kann nebenbei leicht pflegend wirken.
Vor der Anwendung musst du das Spray schütteln, damit sich die ätherischen Öle wieder gleichmäßig im Alkohol verteilen.
Festes Parfum selber machen – die Variante für die Handtasche

Ein festes Parfum ist die praktische kleine Schwester des Roll-ons: keine Sprühwolke, kein Auslaufen in der Handtasche, und du trägst es einfach mit dem Finger auf Handgelenk oder Hals/Nacken auf.
Zutaten fürs feste Parfum mit Bienenwachs
Für einen kleinen Glas-Tiegel (ca. 15 ml):
- 3 g Bienenwachs* (Pastillen lassen sich am einfachsten dosieren)
- 5 g raffinierte Sheabutter*
- 6 g Jojobaöl*
- 1,5 g ätherische Öle deiner Wahl, etwa 30 Tropfen (10%)
- ein kleiner Schraubtiegel aus Glas*
So gelingt dir die feste Version
- Bienenwachs und Sheabutter im Wasserbad langsam schmelzen.
- Sobald beides flüssig ist, vom Herd nehmen und das Jojobaöl unterrühren.
- Die Masse kurz abkühlen lassen, bis sie handwarm ist – erst dann die ätherischen Öle einrühren, damit sie nicht durch die Hitze verfliegen.
- In den Tiegel füllen und vollständig auskühlen lassen, bevor du den Deckel schließt. Andernfalls kann sich Kondenswasser bilden und das feste Parfum schimmeln.
Zutaten fürs feste Parfum vegan mit Candelilla-Wachs
- 1,5 g Candelilla-Wachs*
- 5 g raffinierte Sheabutter*
- 6,5 g Jojobaöl*
- 1,5 g ätherische Öle deiner Wahl, etwa 30 Tropfen (10%)
- ein kleiner Schraubtiegel aus Glas*
So gelingt dir die vegane Version
- Candelilla-Wachs und Sheabutter im Wasserbad langsam schmelzen.
- Jojobaöl einrühren, sobald das Wachs vollständig flüssig ist.
- Topf vom Herd nehmen, kurz abkühlen lassen (die Mischung sollte noch flüssig, aber nicht mehr heiß sein), dann die ätherischen Öle einrühren.
- Sofort in den Glastiegel füllen – die Masse wird schnell fest.
Candelilla-Wachs ist deutlich härter als Bienenwachs, deshalb reicht etwa die halbe Menge – ich habe hier 1,5 g statt 3 g angesetzt und dafür das Jojobaöl leicht erhöht, damit die Konsistenz genauso geschmeidig bleibt wie beim Original und sich das feste Parfum weiterhin gut mit dem Finger abnehmen lässt.
Das Verhältnis von Wachs, Butter und Öl kannst du für größere Mengen einfach proportional umrechnen.
Diese ätherischen Öle brauchen etwas mehr Fingerspitzengefühl
Manche Öle riechen warm und würzig, sind auf der Haut aber deutlich anspruchsvoller als beispielsweise Lavendel oder Weihrauch. Die wichtigsten davon im Überblick:
Ätherisches Zimtöl
Bei Zimt solltest du unbedingt zwischen Zimtrindenöl und Zimtblätteröl unterscheiden:
- Zimtrindenöl enthält vor allem Zimtaldehyd und gilt als stark hautreizend und sensibilisierend.
- Zimtblätteröl enthält überwiegend Eugenol und ist ebenfalls nicht unproblematisch.
- Zimtpulver, Zimtauszug und Zimtöl sind nicht dasselbe und dürfen in Rezepten nicht einfach gleichgesetzt werden.
Praktisch bedeutet das: Zimt nicht tropfenweise großzügig in ein 10-ml-Parfum geben. Wenn du Zimtrindenöl überhaupt verwendest, ist eine vorgemischte Verdünnung sinnvoller, zum Beispiel 1 Tropfen Zimtrindenöl in 9 Tropfen Jojobaöl – das ergibt ungefähr eine 10-prozentige Vorratsverdünnung, von der du dann nur wenige Tropfen in der Gesamtmischung verwendest.
Noch einfacher: Verwende einen Ölauszug mit Zimt:
Zimt-Jojobaöl mit Ceylonzimt
Zutaten
- 50 ml Jojobaöl in kosmetischer Qualität
- 1 kleine getrocknete Ceylonzimtstange, etwa 3–5 cm lang
- Ein sauberes, trockenes Braunglasgefäß mit Deckel
- Ein feines Sieb und idealerweise ein Kaffeefilter
- Eine dunkle 50-ml-Flasche zur Aufbewahrung
Zubereitung
- Zerbrösel die Ceylonzimtstange in das saubere, vollständig trockene Braunglasgefäß.
- Übergieße sie mit 50 ml Jojobaöl, sodass sie vollständig bedeckt ist.
- Verschließe das Gefäß und lasse den Ansatz ca. 2 Wochen dunkel und bei Raumtemperatur ziehen – bzw. so lange, bis dir der dezente Duft gefällt.
- Schwenke das Gefäß einmal täglich vorsichtig.
- Filtere das Öl anschließend zuerst durch ein feines Sieb und danach durch einen Kaffeefilter.
- Fülle nur das klare Öl in die dunkle Flasche um.
- Beschrifte die Flasche mit „Ceylonzimt-Jojobaöl“ und dem Ansatzdatum.
Ein Ölauszug mit Zimtstange riecht meist weicher und nicht so intensive wie ätherisches Zimtöl. Wie viele reizende Zimtbestandteile tatsächlich ins Jojobaöl übergehen, lässt sich zu Hause aber nicht genau bestimmen. Deshalb auch diesen Auszug sparsam verwenden und vorher testen.
Verwendung im Roll-on
Verwende das Zimt-Jojobaöl zunächst nicht pur, sondern als Duftanteil:
- 3 ml Zimt-Jojobaöl
- 7 ml neutrales Jojobaöl
Diese Mischung ergibt einen 10-ml-Roll-on mit einer milden Zimtnote. Du kannst zusätzlich 1–2 Tropfen Weihrauch oder Süßorange einarbeiten, wenn der Duft wärmer und weihnachtlicher werden soll.
Auch Ceylonzimt kann die Haut reizen oder eine Kontaktdermatitis auslösen. Teste den fertigen Roll-on deshalb zuerst an einer kleinen Hautstelle und verwende ihn nicht auf gereizter oder frisch rasierter Haut.
Ätherisches Nelkenöl
Nelkenknospenöl enthält viel Eugenol und kann die Haut reizen oder sensibilisieren. Eine häufig genannte Obergrenze liegt bei etwa 0,5 Prozent im fertigen Hautprodukt.
Das entspricht bei 10 ml ungefähr höchstens einem Tropfen (ich verwende lieber die Zahnstochermethode), wobei Tropfen keine präzise Messung darstellen:
- 10 ml Parfum: höchstens einen Zahnstocher in das Nelkenöl halten und damit das Jojobaöl „umrühren“
- 30 ml Parfum: höchstens 1 Tropfen
- 50 ml Parfum: höchstens 1,5 Tropfen
In Sicherheitsübersichten wird für Nelkenknospenöl häufig eine sehr niedrige Höchstkonzentration genannt. Der anerkannte Sicherheitswert für Nelkenknospenöl liegt bei 0,5 % – bei 10 ml wären das rein rechnerisch etwa 1 Tropfen, bei 30 ml etwa 3 Tropfen und bei 50 ml etwa 5 Tropfen. Ich persönlich dosiere deutlich vorsichtiger, weil mir der Geruch von Nelke in dieser Menge viel zu dominant ist und schnell alles andere im Duft überdeckt – deshalb bei 10 ml nur der Zahnstocher, bei 30 ml höchstens 1 Tropfen und bei 50 ml höchstens 1,5 Tropfen.
Das sind keine automatischen Freigaben für jedes Produkt. Bei empfindlicher Haut würde ich Nelke einfach weglassen oder du stellst dir dein eigenes Nelkenöl nach dem Rezept vom Zimtöl her. Verwende auf 50 ml Jojobaöl 3 bis 5 zerstoßene Nelken.
Weitere würzige Öle, die du vorsichtiger dosierst
- Oregano
- Thymian, abhängig vom Chemotyp
- Bohnenkraut
- Wintergrün
- Pfefferminze bei empfindlicher Haut
- Ingwer und schwarzer Pfeffer bei höherer Konzentration
Zitrusöle und Lichtempfindlichkeit – was du wissen solltest
Zitrusöle wie Orange, Zitrone, Bergamotte oder Grapefruit sind als Kopfnote beliebt – aber „Zitrusöle können lichtempfindlich machen“ ist eigentlich zu pauschal gesagt. Entscheidend sind vier Dinge: welches Zitrusöl genau, wie es gewonnen wurde, wie hoch die Konzentration ist und wie viel Sonne danach auf die Haut trifft.
Kaltgepresste beziehungsweise exprimierte Zitrusöle können Furocumarine enthalten. Diese Stoffe können unter UVA-Licht eine phototoxische Reaktion auslösen, die einem verzögerten Sonnenbrand ähneln kann: Rötung, Brennen, in stärkeren Fällen Blasen und später eine länger anhaltende Pigmentierung. Die Reaktion kann sich erst Stunden später entwickeln und in den folgenden ein bis drei Tagen sogar noch verstärken.
Ich selbst verwende diese Öle sehr gerne in Deo, Parfum und Körperölen und komme bis heute sehr gut damit zurecht. Passende Duftmischungen fürs Deo findest du in meinem Beitrag Deo ohne Parfum und trotzdem gut riechen. Dennoch möchte ich dich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es eben zu Lichtempfindlichkeiten kommen kann. Vermeide daher intensive Sonnenstrahlung und Solarium direkt nach dem Auftragen deines selbstgemachten Parfums.
Besonders relevant
| Ätherisches Öl | Wichtiger Hinweis |
| Bergamotte, kaltgepresst | stark phototoxisch; für Leave-on-Produkte besonders streng begrenzen |
| Bergamotte FCF | Furocumarine weitgehend entfernt; trotzdem nur hautgeeignete Qualität verwenden |
| Zitrone, kaltgepresst | phototoxisches Risiko; nicht mit destillierter Zitrone gleichsetzen |
| Zitrone, destilliert | im Allgemeinen nicht phototoxisch |
| Limette, kaltgepresst | besonders kritisch; sehr niedrig begrenzen oder vermeiden |
| Limette, destilliert | deutlich unproblematischer |
| Grapefruit, kaltgepresst | phototoxisches Risiko, je nach Qualität und Furocumarine |
| Süßorange | meist weniger problematisch, aber Gewinnungsmethode und Produktdaten beachten |
| Bitterorange | je nach Pflanzenteil und Gewinnungsmethode kritisch |
| Mandarine | meist geringer; Qualität und Gewinnung trotzdem prüfen |
Worauf du grundsätzlich bei ätherischen Ölen auf der Haut achten solltest
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe, und ein bisschen Umsicht gehört dazu. Du musst jetzt keine Panik bekommen, aber bitte beachte diese Grundregeln:
- Ätherische Öle niemals unverdünnt auf die Haut auftragen.
- Nur Öle verwenden, die ausdrücklich für die kosmetische beziehungsweise äußerliche Anwendung geeignet sind.
- Deine fertige Duftmischung zunächst an einer kleinen Hautstelle testen.
- Nicht auf verletzte, gereizte oder frisch rasierte Haut auftragen, und ebenso wenig auf erkrankte Hautstellen wie bei Ekzemen.
- Bei bekannter Duftstoffallergie, sehr empfindlicher Haut, Schwangerschaft, Stillzeit, Kindern oder Haustieren besonders vorsichtig sein. Während der Stillzeit am besten ganz auf die Anwendung verzichten, damit die Düfte das Trinkverhalten des Säuglings nicht beeinflussen.
- Nicht direkt an Augen, Schleimhäute oder Lippen bringen.
- Bei Brennen, Rötung oder Juckreiz sofort mit reichlich Trägeröl abnehmen und die Anwendung beenden.
- Alte oder oxidiert riechende Zitrusöle nicht mehr für Hautprodukte verwenden.
- Patchouli-haltige Sprays, bzw. generell Sprays mit sehr dunklen Ölen nicht auf helle Stoffe sprühen – das Öl kann Flecken hinterlassen.
- Kleine Mengen herstellen und dunkel, kühl sowie gut verschlossen lagern.
- Wenn dein selbstgemachtes Parfum ranzig richt oder sich Schlieren bilden, entsorgen!
Und noch etwas zum Patch-Test: Ein Test an einer kleinen Hautstelle zeigt dir eine unmittelbare Reaktion, schließt eine spätere Sensibilisierung aber nicht sicher aus – gerade bei Ölen, die du über Monate immer wieder benutzt, lohnt es sich, aufmerksam zu bleiben.
Fazit
Parfum selber machen ist gar nicht so schwer, oder? Ein Roll-on ist in wenigen Minuten gemischt, ein festes Parfum braucht nur ein Wasserbad und etwas Geduld beim Abkühlen, und selbst das Alkoholparfum verlangt dir am Ende nur etwas Wartezeit ab. Fang mit wenigen, gut aufeinander abgestimmten Ölen an und achte bei den empfindlicheren Kandidaten wie Zimt, Nelke oder kaltgepressten Zitrusölen auf die richtige Dosierung – dann steht deinem eigenen, unverwechselbaren Duft nichts mehr im Weg.
FAQ zu Parfum selber machen
Bitte beachte und lese meinen Disclaimer.
Wie kann ich Parfum selber machen?
Parfum kannst du mit ätherischen Ölen und einer passenden Trägerbasis selbst herstellen. Für einen Roll-on mischst du die Öle mit Jojobaöl, für ein Spray mit hochprozentigem Alkohol. Ein festes Parfum entsteht aus Bienenwachs, Sheabutter, Jojobaöl und ätherischen Ölen.
Welches Öl eignet sich als Basis für selbst gemachtes Parfum?
Jojobaöl eignet sich besonders gut als Basis für ein selbst gemachtes Parfum. Es ist nahezu geruchsneutral, bleibt lange auf der Haut und verbindet sich gut mit ätherischen Ölen. Außerdem ist Jojobaöl genau genommen ein flüssiges Wachs und dadurch vergleichsweise oxidationsstabil.
Welcher Alkohol eignet sich für selbst gemachtes Parfum?
Für ein Alkoholparfum kannst du ganz unkompliziert klaren Wodka oder Doppelkorn mit möglichst wenig Eigengeruch verwenden. Das ist für deinen ersten selbst gemachten Duft völlig ausreichend. Mit einem höherprozentigen Alkohol wie bspw. Primasprit kann es sein, dass der Duft intensiver wird, während Wodka und Doppelkorn eine einfache und preisgünstige Möglichkeit für den Einstieg sind.
Wie lange muss selbst gemachtes Parfum reifen?
Ein selbst gemachtes Alkoholparfum sollte mindestens einige Tage, besser zwei bis vier Wochen, an einem dunklen und kühlen Ort ruhen. Während dieser Zeit verbinden sich die Duftnoten und der anfänglich scharfe Alkoholgeruch wird schwächer. Zwischendurch kannst du den Duft vorsichtig schwenken und auf einem Duftstreifen testen. Festes Parfum und ein Roll-on Parfum auf Jojobaöl-Basis kannst du sofort verwenden.
Kann ich Duftöl aus der Duftlampe für Parfum verwenden?
Nein, Duftöl aus der Duftlampe gehört nicht auf die Haut. Für ein selbst gemachtes Parfum verwendest du nur ätherische Öle oder Duftstoffe, die ausdrücklich für kosmetische Hautanwendungen geeignet sind. Achte außerdem auf die Dosierempfehlungen des Herstellers und die Sicherheitsangaben des jeweiligen Öls.





